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Gottesdienst für die Unbedachten wird online gefeiert

Gedenken an Verstorbene, die ohne Trauerfeier bestattet wurden

(Essen, 27.06.2020) Viele Menschen sterben heute einsam und allein. An jedem zweiten Dienstag im Monat feiern die christlichen Kirchen und die Stadt Essen in der Marktkirche einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für die „Unbedachten“ dieser Stadt: Menschen, die auf Veranlassung des städtischen Ordnungsamtes eingeäschert und anschließend ohne Trauerfeier auf einem Urnengrabfeld bestattet werden mussten – weil niemand da war, der für eine würdige Verabschiedung sorgen kann. Weil die Zahl der Gottesdienstbesucher in der Marktkirche wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt ist, werden die Andachten derzeit nur online gezeigt. Die nächste Aufzeichnung wird am 14. Juli im Internet auf den Seiten www.marktkirche-essen.de und www.ack-essen.de veröffentlicht.

Die liturgische Leitung haben Pfarrer Lars Linder und Pastor Bernd Lücking; für die musikalische Gestaltung sorgen Kreiskantor Thomas Rudolph und Tenor Fabian Strotmann. Der Gottesdienst wird von Pfarrerin z.A. Rebecca Lackmann in die Gebärdensprache gedolmetscht.

In den Gedenkgottesdiensten werden die Namen der Verstorbenen verlesen und in ein Gedenkbuch geschrieben, das in der Kirche ausliegt; für jeden Namen wird eine Kerze entzündet. „Auf diese Weise wollen wir daran erinnern, dass die Würde eines Menschen nicht mit seinem Tod erlischt“, erklärt die ACK Essen. Außer Oberbürgermeister Thomas Kufen unterstützt auch die FUNKE-Mediengruppe diese Form des Gedenkens: Vor dem jeweiligen Gottesdienst erscheinen in den beiden Essener Tageszeitungen Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ Essen) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) sowie in den Wochenblättern des Stadtspiegels kostenlose Traueranzeigen, in denen die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind.

Seit kurzem sind Gottesdienste zwar grundsätzlich auch wieder in der Marktkirche möglich. Weil aber die Zahl der Plätze in der Marktkirche auf dreißig reduziert ist und gerade bei diesem Anlass niemand abgewiesen werden soll, sind die beiden Gedenkfeiern im Juli und August nur online zu sehen. Ab September sollen die Gottesdienste für die Unbedachten dann im Essener Dom stattfinden.

 

 

 

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