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Erinnerung an die Schrecken der Reichspogromnacht vor achtzig Jahren

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Marktkirche und weitere Veranstaltungen

(Essen, 02.11.2018) Mit mehreren Veranstaltungen erinnert die Evangelische Kirche in Essen an die Schrecken der Reichspogromnacht vor achtzig Jahren und ruft zur Wachsamkeit auf. In der Marktkirche findet am 8. November um 17 Uhr ein ökumenischer Gedenkgottesdienst statt, zu dem die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Essen einlädt. Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über geplante Veranstaltungen.

Ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Marktkirche

Der biblische Vers „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ ist die Überschrift für einen Ökumenischen Gedenkgottesdienst, mit dem die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Essen (ACK Essen) am Donnerstag, 8. November, um 17 Uhr in der Marktkirche, Markt 2/Porschekanzel, an die Gräueltaten der Reichspogromnacht im nationalsozialistischen Deutschland vor achtzig Jahren erinnert. Für die Predigt konnten die Veranstalter Pfarrer Henner Maas vom Gymnasium St. Ursula in Dorsten gewinnen.

„In diesem Jahr jährt sich die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 zum achtzigsten Mal: Auch in unserer Stadt brannten die Synagogen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden geschlagen und verhaftet, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet, ihre Geschäfte geplündert, Wohnhäuser gebrandschatzt und Friedhöfe geschändet. Die Reichspogromnacht markierte einen grausamen Wendepunkt in der Geschichte, sie war Vorausbote für Auschwitz und machte den Weg frei zur physischen Vernichtung von sechs Millionen Juden“, heißt es in der Einladung. „Unser Gedenkgottesdienst soll aber nicht nur an das menschenverachtende Unrecht erinnern, dass Juden damals widerfahren ist. Die ACK Essen will sich mit ihrer Veranstaltung vielmehr auch am öffentlichen Diskurs über einen in unserer Gesellschaft neu erstarkten Antisemitismus beteiligen, zur Wachsamkeit mahnen, zum mutigen Widerstand herausfordern und besonders junge Menschen zur notwendigen Auseinandersetzung mit der oben beschriebenen Problematik einladen.“

Die liturgische Leitung hat Pfarrer Joachim Dahlhoff; Schüler des Carl-Humann-Gymnasiums Essen, junge Menschen aus den zur ACK Essen gehörenden Gemeinden und Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wirken an der Gestaltung mit. Für die Musik sorgen Felix Nier, Dennis Simuttis und Patrick Simuttis (Flöte) gemeinsam mit Kreiskantor Thomas Rudolph (Orgel und Klavier). Die Kollekte des Gottesdienstes ist traditionell für die Arbeit der Jüdischen Kultusgemeinde in Essen bestimmt. Der Gottesdienst findet in diesem Jahr bereits am 8. November statt, weil der 9. November auf einen Freitag fällt und am Freitagabend der Schabbat beginnt.

Evangelische Studierendengemeinde Duisburg-Essen

Mit zwei Lesungen und einer Reinigung der Stolpersteine auf dem Essener Uni-Campus erinnert die Evangelische Studierendengemeinde Duisburg-Essen (ESG) an die Reichspogromnacht. Zunächst ist das Buch „Adressat unbekannt“ der US-amerikanischen Schriftstellerin Kressmann Taylor Gegenstand einer Lesung am 6. November um 19 Uhr im ESG-Saal an der Universitätsstraße 19. Am 7. November um 17 Uhr werden zunächst die Stolpersteine gereinigt, die zwischen den Räumen der ESG un d dem Gebäude T01 verlegt wurden. Eine Stunde später beginnt im ESG-Saal eine weitere Lesung: Unter dem Motto „...und du ihre Stimmen wieder hörst ganz nahe bei deinem Herzen“ stehen Texte von Nelly Sachs, Rose Ausländer und Hilde Domin auf dem Programm.

Evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap

Mit einem Besuch von zwei Stolpersteinen, die der Künstler Gunter Demnig zum Andenken an deportierte und ermordete jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Stadtteil Altenessen verlegt hat, erinnert die Evangelische Kirchengemeinde Altenessen-Karnap am 9. November an die Schrecken der Reichspogromnacht. Kirchenmusikerin Simone Riese und das Jugendhaus JuAN laden dazu ein, um 16 Uhr im neuen Gemeindehaus am Mallinckrodtplatz einige Lieder des Gedenkens einzustudieren. Im Anschluss machen sich die Teilnehmer auf den Weg zu den Stolpersteinen.

Gedenken auf dem Krayer Markt

Der Runde Tisch „Kray ist bunt“, an dem auch die Evangelische Kirchengemeinde Kray beteiligt ist, lädt zu einer Gedenkveranstaltung am 9. November um 18 Uhr auf den Krayer Markt ein. Der Chor „Stimmen gegen Rechts“ und die Studio Bühne-Essen wirken an der Gestaltung mit; die Moderation übernimmt Pfarrerin Michaela Langenheim.

Ökumenische Gedenkfeier in Kettwig

Kettwig. Mit einer Gedenkfeier erinnern die Evangelische Kirchengemeinde Kettwig, die Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Kettwig und die Katholische Pfarrgemeinde St. Peter und Laurentius am 9. November um 19.30 Uhr in der Kirche am Markt, Hauptstraße 83, an die Schrecken der Reichspogromnacht. Im Anschluss an die Feier machen sich die Teilnehmer auf den Weg zum Gedenkstein für die ehemalige Synagoge in Kettwig vor der Brücke, um dort der Toten zu gedenken und Lichter der Erinnerung und Mahnung aufzustellen.

Foto: Mit freundlicher Genehmigung der Stadtbildstelle Essen.

 

 

 

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