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Nachrichten

Solidarität mit den Armen und Schwachen!

Weihnachtswort von Superintendentin Marion Greve

„Weihnachten beginnt, wo wir einander wahrnehmen und füreinander eintreten“, sagt Marion Greve in ihrem Weihnachtswort. Dabei geht es ihr nicht um ein verkitschtes Bild, sondern um konkrete Liebe, die sich solidarisch zeige mit den Schwachen und Armen - ob vor der eigenen Haustür, in unserer Stadt oder an ferneren Orten in der Welt. Das Weihnachtswort der Superintendentin des Kirchenkreises Essen im Wortlaut:

Weihnachtswort 2018

Warten auf Weihnachten, auf die Geburt des Christuskindes - wie mache ich mich bereit? ‚Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir‘, fragt Paul Gerhardt in einem alten Adventlied von 1653. Ich selber brauche dann Rituale: ziehe mich in mein Zimmer zurück, mache mir eine Kerze an und höre in diesen Tagen wunderschöne Musik. Weihnachten liegt abseits des Gewohnten und unterbricht den Alltag. Also unterbreche auch ich in der Zeit des Wartens immer wieder bewusst meinen Alltag. Und lese die großartige Verheißung des Propheten Jesaja, das biblische Weihnachtswort für den Heiligen Abend 2018: ‚Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell‘ (Jesaja 9,1).

Dunkel, Hoffnung in höchster Not, eine Vision von Frieden und Gerechtigkeit mitten in einer Welt voller Unrecht und Unterdrückung – das ist das große Thema des Propheten. Eine Botschaft, der ich vertrauen möchte. Neue Hoffnung mitten in Angst und Bedrohung – das ist das Thema von Menschen, die sich nicht zufrieden geben mit dem, was ist. Die aufbegehren gegen Unrecht und nicht bereit sind, in Depression und Resignation zu versinken. Menschen, die die Erde nicht den Despoten dieser Welt überlassen, sondern auf Gottes rettende Nähe hoffen.

Die Geburt des Gottessohnes vor zweitausend Jahren hat uns gezeigt, wie Gott ist: Einer, der uns ganz nahe kommt, der uns in die Augen schaut, Liebe und Leid, Freude und Schmerz kennt. Einer, der mit der Geburt Jesu die Liebe in die Mitte rückt. Dabei geht es nicht um ein verkitschtes Bild von Liebe, sondern um konkrete Liebe, die sich solidarisch zeigt mit den Schwachen und Armen dieser Welt.

In unserer Stadt sind dies Kinder ebenso wie alte Menschen. Ich sehe den alten Herrn, der mit seinem Fahrrad unterwegs ist auf der Suche nach Pfandflaschen, um seine kleine Rente aufzubessern – ich lese, dass jedes dritte Kind in Essen von Kinderarmut betroffen ist. Die Botschaft, die Nächstenliebe und Solidarität an uns richten, lautet: ‚Was ihr den geringsten unter meinen Geschwistern getan habt, das habt ihr mir getan!‘ – so sagt es Jesus im Matthäusevangelium (Matthäus 25,40).

Mit anderen Worten: Weihnachten beginnt, wo wir einander wahrnehmen und füreinander eintreten! ‚Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir‘: mit großer Hoffnung, mit weitem Herzen und offenen Armen. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest!

Essen, Weihnachten 2018

Marion Greve
Superintendentin des Kirchenkreises Essen

 

 

 

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