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Gandhi-Preise verliehen

Auszeichnung wurde in der Frida-Levy-Gesamtschule übergeben

Seit mehreren Jahren können Essener Schulen den „Gandhi-Preis für zivilcouragiertes Handeln" verleihen; das Preisgeld stiftet das Schulreferat der Evangelischen Kirche in Essen. In der Frida-Levy-Gesamtschule wurden in diesem Jahr die Schülerinnen Larissa Homscheidt und Magdalena Krawczak sowie der frühere Lehrer Ludger Hülskemper-Niemann ausgezeichnet.

Larissa Homscheidt und Magdalena Krawczak kümmerten sich um eine Frau, die in einem Krankenhaus-Rollstuhl vor einem Haus in der Kälte saß und von einem Mann nicht ins Haus hineingelassen wurde. Sie boten der Frau an, sie wieder ins Krankenhaus zu fahren, was diese aber ablehnte. Als die Schülerinnen in der aggressiven Auseinandersetzung der beiden keine Chance bekamen zu helfen, gingen sie nicht einfach weiter, sondern alarmierten die Polizei und baten um Unterstützung.

Ludger Hülskemper-Niemann hat bereits während seiner Zeit als Lehrer an der Frida-Levy-Gesamtschule die Biographie der Namensgeberin Frida Levy erforscht. Die jüdische Frauenrechtlerin und Verfechterin der Friedensbewegung aus Essen wurde 1942 nach Riga deportiert und kam dort um. Ludger Hülskemper-Niemann sorgte dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler ihr Leben und Engagement kennenlernen konnten. Außerdem initiierte er die Verlegung eines „Stolpersteins“, der auf dem Schulgelände an das Schicksal von Frida Levy erinnert, und regte weitere „Stolpersteine“ für getötete Juden aus Essen an. Auch nach seiner Pensionierung organisierte er Gedenkstättenfahrten nach Riga und Berlin und stand den Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule weiterhin zur Verfügung, wenn es darum ging, sich mit dem Antisemitismus auseinanderzusetzen.

Stichwort: Gandhi-Preis

Träger des Gandhi-Preiseds ist der Verein Fördergemeinschaft Friedensarbeit und Gewaltlosigkeit e.V. (FöGe e.V.). Sein Ziel ist, Gewaltlosigkeit, Friedensarbeit, Friedens- und Konfliktforschung zu fördern und deren praktische Anwendung zu unterstützen. 

Der Verein wurde 1978 in Kassel gegründet. Mit dem Projekt „Gandhi-Preis für Zivilcourage und gewaltfreie Veränderung“ setzt die Fördergemeinschaft Impulse für die Verankerung gewaltfreien und couragierten Handelns in unserer heutigen Gesellschaft, die über die Bildungsarbeit hinaus reichen.

Mit dem „Gandhi-Preis“ werden Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgezeichnet, die zivilcouragiert handeln oder Initiative zur Weiterentwicklung einer konstruktiven Konfliktkultur zeigen. Die Initiative „Gandhi-Preis“ richtet sich an Schulen: Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Mitarbeitende können Gruppen oder Einzelpersonen aus ihrer Schulgemeinde für diesen Preis vorschlagen, der dann feierlich verliehen wird.

Das Foto enstand bei der Preisverleihung in der Frida-Levy-Gesamtschule: Dietmar Klinke, Schulreferent des Kirchenkreises Essen; Reinhold Weber, Fördergemeinschaft Friedensarbeit und Gewaltlosigkeit e.V.; Larissa Homscheidt, Preisträgerin; Ludger Hülskemper-Niemann, Preisträger; Magdalena Krawczak, Preisträgerin; Hümeyra Güven, Nominierte; Berthold Kuhl, Schulleiter (v.li.).

 

 

 

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