Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Kirche Billebrinkhöhe ist jetzt Forum für inklusive Kultur

Erfolgreiche Umwidmung wurde am 1. September gefeiert

(Essen, 01.09.2019) Aus dem Gemeindezentrum und der Kirche Billebrinkhöhe ist am 1. September ein „Forum für inklusive Kultur" geworden. Die Umwidmung feierten die Evangelische Kirchengemeinde Bergerhausen und das Integrationsmodell, Ortsverband Essen e.V. (IM) mit einem Fest der Vielfalt.

Über zwei Jahre lang hat das Integrationsmodell das Gebäude entsprechend der rechtlichen Bestimmungen zu einer öffentlichen Versammlungsstätte umgestaltet – die nötigen Umbau- und Brandschutzmaßnahmen waren langwierig und kompliziert. Nun ist es endlich soweit: Im Rahmen eines Nutzungsvertrages wird das Integrationsmodell alleiniger „wirtschaftlicher Eigentümer“ mit allen Rechten und Pflichten; die Kirchengemeinde bleibt formell Eigentümer des Gebäudes und kann die Räumlichkeiten weiterhin für Gottesdienste und Gemeindeangebote nutzen.

„Unser Ziel ist es, einen innovativen Ort der Inklusion zu schaffen, der in die Gemeinde und auch weit in die Stadt Essen hinein ausstrahlt“, erklären Pfarrer i.R. Philipp Neßling (IM), Magdalene Merkel (Ehrenamtsbeauftragte des IM und Leiterin des Forums), Heidi Krampe (Vorsitzende des Presbyteriums) und Pfarrerin Heidrun Viehweg (von re. nach li.). Die Vorüberlegungen für das Projekt begannen vor vielen Jahren: Wegen gesunkener Gemeindegliederzahlen hätte die Kirchengemeinde das Gemeindezentrum langfristig nicht mehr unterhalten können – aufgeben wollte sie es aber auch nicht. Dass das IM am Ende als Partner gewonnen werden konnte, lag nahe: Die inklusive Arbeit von Gemeinde und Kirchenkreis hatte hier schon jahrzehntelang einen festen Ort.

Nun soll das Haus diesen Aktivitäten noch mehr Freiheit und vor allem der Vielfalt Raum bieten. Das Forum für inklusive Kultur steht allen offen: Menschen mit und ohne Behinderungen, Heimatsuchenden und Einheimischen, Kindern und Erwachsenen aus dem Quartier und aus der ganzen Stadt, Menschen aller Religionen, unterschiedlicher kultureller Herkunft und mit verschiedenen persönlichen Prägungen. Sie sind eingeladen zu Begegnung, kulturellem Erleben und Austausch, zu künstlerischem Schaffen und einer inklusiven Vielfaltsgemeinschaft. „Wir pflegen eine Willkommenskultur, lieben Vielfalt, fördern das Gemeinsame, respektieren das Persönliche und hüten die Würde“, betonen die Partner. „Kennzeichnend für das Miteinander sind Wertschätzung und Respekt.“

Das Übergabe-Fest begann am Sonntag mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss an die Schlüsselübergabe starteten abwechslungsreiche Angebote für Kinder und Erwachsene: Auf dem Programm standen Drehorgelmusik und Maskentheater, Gemeinschaftskunst und Rudelsingen, Rock- und Pop mit der inklusiven Band Lenial und meditative Tänze. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Gegen 17 Uhr klang der Tag mit einer Friedensandacht aus, die an den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnert und zur Versöhnung aufrief. Mitglieder der Gruppe „Tatendrang“ und Ehrenamtliche aus dem Haus sorgten für den Service.

Dass die Übergabe Wirklichkeit werden konnte, ist vielen großzügigen Spendern zu danken. Außer befreundeten Einzelpersonen half die Fördergemeinschaft Forum Billebrinkhöhe; namhafte Zuwendungen gaben die Fasselt Stiftung, der Rotary Club Essen Gruga, das Kulturbüro Essen und die Sparkasse Essen. Die Arbeit des neuen Forums ist weiterhin auf Spenden angewiesen. Eine kontinuierliche Förderung durch die Stadt Essen wäre aus Sicht von Integrationsmodell und Kirchengemeinde deshalb sicher das größte Festgeschenk.

 

 

 

nach oben ▲