Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Trauer um Pfarrer i.R. Jürgen Blunck

Früherer Pfarrer aus Burgaltendorf ist am 3. September verstorben

(Essen/Düsseldorf, 03.09.2019) Die Evangelische Kirchengemeinde Burgaltendorf und der Kirchenkreis Essen trauern um Pfarrer i.R. Jürgen Blunck, der am 3. September im Alter von 86 Jahren verstorben ist. In den Achtziger- und Neunzigerjahren zählte der Theologe, der von 1982 bis zum Eintritt in den Ruhestand Anfang 1998 Gemeindepfarrer an der Jesus-lebt-Kirche in Burgaltendorf war, zu den bekanntesten Vertretern des missionarischen Gemeindeaufbaus; bis ins hohe Alter hinein setzte er sich für ein sichtbares und starkes evangelistisches Profil der Evangelischen Kirche ein.

Jürgen Blunck wurde am 5. November 1932 in Duisburg geboren; seine Kindheit verbrachte er von 1935 bis 1948 in Berlin. Dazwischen lagen die Kinderlandverschickung nach den Beskiden, das Kriegsende in der Tschechei und eine abenteuerliche Rückkehr über Bayern nach Berlin. Doch die entscheidenden Erlebnisse waren nicht Krieg, Flucht oder das zerstörte und geteilte Berlin: „Die prägende Zeit war Essen, weil ich hier durch das Weigle-Haus zum Glauben gekommen bin. Darum habe ich mich immer als Essener gefühlt“, sagte Jürgen Blunck 1998 in einem Interview für die evangelische Kirchenzeitung DER WEG. Klassenkameraden hatten ihn ins Weigle-Haus eingeladen, wo ihn das dort angebotene Tischtennis zunächst mindestens ebenso reizte wie die Bibelarbeit – sportlich war Jürgen Blunck in vielen Sparten aktiv, wurde 1949 sogar Deutscher Jugendmeister im Rudern.

DURCH GOTT ZUR UMKEHR BERUFEN

Schließlich, aus einer Phase des bewussten Atheismus heraus, fühlte er sich als 19jähriger durch Gottes Stimme zur Umkehr berufen – ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben. Er wurde ehrenamtlicher Mitarbeiter im Weigle-Haus, machte eine kaufmännische Lehre bei Ferrostahl und studierte zwei Semester Wirtschaftswissenschaften – ehe er sich dann doch für die Theologie entschied. Sein Vikariat absolvierte Jürgen Blunck bei Superintendent Otto Krüger in Werden; am 20. Mai 1962 wurde er ordiniert.

Als Gemeindepfarrer wirkte er sieben Jahre in Vluyn am Niederrhein und zwölf Jahre in Solingen, bevor er am 1. Juli 1982 in Burgaltendorf seinen Dienst antrat. Dank seines Engagements und seines charismatischen Charakters erhöhte sich die durchschnittliche Zahl der wöchentlichen Gottesdienstbesucher in den folgenden Jahren auf nahezu 250; kurz vor seinem Eintritt in den Ruhestand hatte die von jungen Müttern organisierte Kinderbetreuung während der Gottesdienste gerade ihre dritte Gruppe eröffnet.

ZAHLREICHE EHRENÄMTER

Neben der Gemeindearbeit, die immer sein festes Standbein blieb, hatte Jürgen Blunck zahlreiche leitende Ehrenämter inne. So war er langjähriger Vorsitzender des Instituts für Gemeindebau und Weltmission (IGW/Essen), der Evangelischen Allianz in Essen und des Verbundes biblisch-missionarischer Gemeinden in der Evangelischen Kirche im Rheinland, den er nach seinen Eintritt in den Ruhestand selbst mitbegründet hatte. Dem Vorstand des CVJM-Westbundes gehörte er 18 Jahre lang an. 1993 gelang es ihm, den US-amerikanischen Baptistenpastor und Erweckungsprediger Billy Graham nach Essen zu holen. Außerdem engagierte er sich stark für die bundesweite evangelistische Aktion ProChrist

In der Gemeinde wie im Ehrenamt widmete sich Jürgen Blunck dem Auftrag, Jesus Christus als das alleinige Heil aller Welt zu verkünden, mit großer Leidenschaft – und hat dadurch viele Menschen für einen aktiven und engagierten Glauben gewinnen können. Weil es für Jürgen Blunck kein „privates Christsein“ ab, blieb er seiner Burgaltendorfer Kirchengemeinde bis ins hohe Alter als Prediger und Referent in vielfältiger Hinsicht ehrenamtlich verbunden – gemeinsam mit seiner Frau Brunhilde Blunck, die ebenfalls Theologin ist.

SUPERINTENDENTIN: "SEINE MARKANTE STIMME WIRD UNS FEHLEN"

„Seine markante Stimme zu Fragen des Gemeindeaufbaus und der Mission wird uns fehlen“, erklärte Superintendentin Marion Greve zum Tode Jürgen Bluncks. Auch Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, würdigte die Verdienste des Theologen: „In kontroversen kirchenpolitischen oder ethischen Fragen lag ihm stets am Ringen um die Wahrheit, die im Evangelium begründet sein sollte“, schreibt der Präses in seinem Kondolenzbrief. „Unsere Kirche hat Jürgen Blunck und seinem großen Einsatz manche Impulse und Anregungen zu verdanken.“

Die Trauerfeier findet am Freitag, 13. September, um 10.30 Uhr in der Jesus lebt Kirche, Auf dem Loh 21a, statt. Anstelle von Blumen wird um eine Spende für den Bau einer neuen Kirche in Kitokolo, Uganda, gebeten. Bankverbindung: Evangelische Kirchengemeinde Essen-Burgaltendorf, IBAN: DE43 3506 0190 5223 5003 50, Verwendungszweck: Kirchbau Kitokolo oder Trauerfeier Blunck.

Foto: Kirchenkreis Essen/Archiv

 

 

 

nach oben ▲