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Kirchenkreis Essen trauert um Pfarrerin i.R. Marlies Cimander

Langjährige Religionslehrerin wurde für die Liebe zu ihrer Berufung sehr geschätzt

Die Evangelische Kirche in Essen trauert um Pfarrerin i.R. Marlies Cimander, die am 23. August im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Die Theologin war viele Jahre lang als Religionslehrerin tätig und hatte zudem sechs Jahre lang, von 1990 bis 1996, das Amt der Bezirksbeauftragten für den evangelischen Religionsunterricht an den berufsbildenden Schulen in Essen inne. Sie wurde im engsten Familienkreis beigesetzt.

Marlies Cimander wurde 1941 in Wuppertal geboren. Von 1965 bis 1975 war sie als zunächst als Berufsschulkatechetin, anschließend als examinierte Gemeindemissionarin und von 1990 an als Pfarrerin des Evangelischen Stadtkirchenverbandes Essen in den kaufmännischen Berufsschulen der Stadt Essen tätig, darunter viele Jahre lang im heutigen Robert-Schmidt-Berufskolleg.

1990 wurde Marlies Cimander als Nachfolgerin von Pfarrer Horst Hildebrandt Bezirksbeauftragte für den evangelischen Religionsunterricht an den Essener Berufskollegs. Diese Arbeit umfasste unter anderem die Koordination zwischen den evangelischen Pfarrern und den Religionslehrern an den Berufskollegs sowie den Kultusbehörden, den Schulen und den Arbeitgebern der Jugendlichen.

In ihrer Freizeit engagierte sich Marlies Cimander zusätzlich in der Arbeit mit Jugendlichen, in der Betreuung von Vikarinnen und Vikaren und als Mentorin für Referendare. Drei Jahre lang arbeitete sie in der Seelsorge für inhaftierte Frauen in der Justizvollzugsanstalt Essen; als Pfarrerin übernahm sie zahlreiche Taufen und Trauungen. Die Menschen, die sie in Beruf und Freizeit begleitete und die ihr anvertraut waren, fanden in ihr eine starke Unterstützerin; bei Bedarf setzte sie sich mit großer Entschlossenheit für Einzelne wie für sinnvolle kirchliche und schulische Projekte ein.

1996 trat Marlies Cimander vorzeitig in den Ruhestand. Fortan widmete sie sich einem weiteren, langjährigen Hobby: der Malerei. Bereits als Jugendliche hatte sie die Werkkunstschule in Wuppertal, Abteilung Freihandzeichnen, besucht; während ihres Studiums und ihrer beruflichen Tätigkeit erweiterte sie ihre malerische Vielfalt als Autodidaktin in unterschiedlichen Künstlerwerkstätten im In- und Ausland. Im Licht, in den Formen und den Farben der Industrie- und Architekturlandschaften des Ruhrgebietes fand sie besonders reizvolle künstlerische Herausforderungen; zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, an denen sie beteiligt war, zeugen von ihrem reichhaltigen künstlerischen Schaffen.

„Der Kirchenkreis Essen ist dankbar für das jahrzehntelange segensreiche Wirken von Marlies Cimander an den Essener Berufskollegs“, würdigen Pfarrer Wolfram Jehle, der 1996 ihr Nachfolger als Bezirksbeauftragter für den evangelischen Religionsunterricht an den berufsbildenden Schulen wurde, und Pfarrer Dietmar Klinke, Schulreferent des Kirchenkreises Essen, die Verstorbene. „Eine ganze Generation von Schülerinnen und Schülern und Auszubildenden hat sie auf dem Weg ins Berufsleben begleitet. Für die kirchlichen Lehrkräfte im damaligen Evangelischen Stadtkirchenverband Essen war sie eine wichtige Fürsprecherin und engagierte Kollegin. Wir haben ihre Herzenswärme, ihren Humor und die Liebe zu ihrer Berufung sehr geschätzt.“

Unser Titelbild zeigt Marlies Cimander bei ihrer Einführung als Bezirksbeauftragte für den evangelischen Religionsunterricht an den berufsbildenden Schulen in Essen im Jahr 1990 - gemeinsam mit ihrem Vorgänger, Pfarrer Horst Hildebrandt (li.), und dem damaligen Essener Stadtsuperintendenten Heinrich Gehring. Foto: Kirchenkreis Essen/Archiv

 

 

 

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