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Erklärung zum Anschlag in Halle unterzeichnet

Initiativkreis Religionen in Essen besuchte die Alte Synagoge

(Essen, 14.10.2019) Nach dem schrecklichen Anschlag von Halle mit zwei Toten, der ursprünglich der Synagoge der Stadt galt, ist die Betroffenheit bei uns in Essen noch immer sehr groß. Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften, die Mitglied des Initiativkreises Religionen in Essen (IRE) sind und einmal im Jahr zusammen mit dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt das Arche Noah Essen-Fest veranstalten, haben am Sonntag (13.10.) in der Alte Synagoge die nachfolgende Erklärung unterzeichnet:

ERKLÄRUNG DES INITIATIVKREISES RELIGIONEN IN ESSEN ZUM ANSCHLAG IN HALLE

Als Initiativkreis Religionen in Essen (IRE) verbinden wir uns unter dem Symbol der Arche mit allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt, denen Gleichberechtigung, Respekt und Anerkennung Werte sind, die wir miteinander achten und leben. Wir stehen ein für das friedliche Zusammenleben aller, gleich aus welcher religiösen Prägung und aus welcher kulturellen Herkunft jeder einzelne Mensch stammt.

Ist eine Religionsgemeinschaft getroffen, so sind wir es alle. Wird einer Gemeinschaft Würde, Lebensrecht und Sicherheit abgesprochen, so bedroht es uns alle. Besonders aber beschämt es diejenigen, die sich von rassistischen, antisemitischen, islamophoben oder auch christenfeindlichen Bildern leiten lassen.

Darum stellen wir uns schützend vor die jüdische Gemeinde im Angesicht des in Halle verübten Anschlages. Wir empfinden Scham darüber, dass derartige Übergriffe in unserem Land wieder um sich greifen. Wir stehen in Trauer bei den Angehörigen der Opfer. Erschrocken wissen wir uns an der Seite derer, die ebenso im Fokus standen, um sie am Tag der Versöhnung, dem Jom Kippur Tag, vernichtend zu treffen.

Wir ermutigen alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, ethnische wie religiöse Vielfalt als eine Bereicherung zu erkennen, von der wir für die Zukunft unserer Stadt profitieren werden. Im Angesicht der Gefahren, die uns alle treffen können, rufen wir zur Wachsamkeit auf gegen jene, die versteckt wie offen danach trachten, antisemitischen und rassistischen Gedanken den Weg zu bereiten.

Essen, 13. Oktober 2019

Foto: Kirchenkreis Essen/Till Schwachenwalde

 

 

 

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