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Vorliebe gilt der Kontemplation und dem interreligiösen Dialog

Pfarrer i.R. Manfred Rompf feierte das Jubiläum der Goldordination

(Essen, 27.10.2019) Das Jubiläum der Goldordination feierte Pfarrer i.R. Manfred Rompf im Gottesdienst am 27. Oktober in der Christuskirche der Evangelischen Kirchengemeinde Kupferdreh, Dixbäume 87 – derselben Kirche, in der er vor fünfzig Jahren durch den damaligen Superintendenten des Kirchenkreises Essen-Süd, Otto Krüger, auch ordiniert worden ist.

Manfred Rompf wurde 1936 in Würzburg geboren und absolvierte zunächst eine Schreinerlehre. 1954 entschied er sich, seiner Berufung zu folgen: Vom Missionsseminar führte ihn der Weg über die Evangelistenschule Johanneum, Tätigkeiten als Gemeindehelfer und Jugendwart zum Studium der Theologie in Wuppertal, Heidelberg und Tübingen. Von 1968 bis 1999 war Manfred Rompf Vikar und Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Kupferdreh, zusätzlich von 1972 bis 1980 Synodaljugendpfarrer und im Anschluss Synodalbeauftragter für Meditation im Kirchenkreis Essen- Süd, bzw. ab 2008 im neu gegründeten Kirchenkreis Essen.

Seit Mitte der Siebzigerjahre gilt seine besondere Vorliebe dem Zen, der christlichen Mystik und Kontemplation. Als Kontemplationslehrer wurde er nach verschiedenen Studien und Zusatzausbildungen im Jahr 2000 von Pater Willigis Jäger und 2003 von der „Würzburger Schule der Kontemplation“ bestätigt. 2012 gründete er die anerkannte Schule der Kontemplation Gottes Gegenwart. Bis heute leitet er Gruppen und Kurse für Meditation und Kontemplation; viele Jahre lang verantwortete er das Programm „Meditation und Spiritualität“ im Evangelischen Bildungswerk.

Im Interview für den Gemeindebrief der Kirchengemeinde Kupferdreh hat sich Manfred Rompf zu seinen grundlegenden Überzeugungen geäußert: „Verabschiedet habe ich mich von der sogenannten Sühnetod-Vorstellung – dem Gedanken, dass sich Jesus am Kreuz opfern musste, um unsere Sünden auf sich zu nehmen. Stattdessen überzeugt, dass die Liebe Gottes so groß ist, dass die göttliche Wirklichkeit keine Opfer – schon gar nicht ein Menschenopfer – braucht, um uns Menschen vergeben zu können. Wichtig geworden sind mir außerdem die Stille und das schweigende Gebet, die Meditation und Kontemplation und die Möglichkeit, andere Menschen auf ihrem spirituellen Weg zu begleiten. Diese Arbeit macht mir große Freude, weil ich erlebe, wie viele Menschen dadurch Lebens- und Glaubenshilfe erfahren."

Und weiter sagt Manfred Rompf: "Wichtig ist mir auch von Gott als der einen Wirklichkeit, in nicht personaler Weise, zu reden. Weiter ist mir wichtig der interreligiöse Dialog und Erfahrungsaustausch, die Begegnung mit Menschen anderer Konfession und Religionen auf Augenhöhe, in Toleranz und Achtung. Das halte ich für wichtig für den Frieden in unserer Stadt und in der Welt. Deswegen bin ich früher mit den Konfirmanden in jedem Jahr einmal in die Moschee gegangen. Heute mache ich das mit den Vorschulkindern unseres Kindergartens. Außerdem leite ich im Rahmen der meditativen Gottesdienste in der Marktkirche alle zwei Jahre interreligiöse Gottesdienste gemeinsam mit Muslimen und inzwischen auch mit Aleviten, Baha´i und Sikhs.“

Gibt es eine Art roten Faden, der alle Berufsjahre durchzieht? „Ja, die Liebe zwischen mir und der göttlichen Wirklichkeit, dem Ursprung des Lebens und die Liebe zu den Menschen – und da besonders zu den Kindern. Deshalb gehe ich zweimal im Monat in die Kindertagesstätte unserer Kirchengemeinde, wo ich den Kindern gerne aus der Bibel erzähle und mit ihnen singe.“

Im Gottesdienst zur Goldordination predigte Manfred Rompf über die Liebe - Interessierte finden das Manuskript als PDF hinter dem untenstehenden Link.

Unser Bild zeigt Manfred Rompf (Mitte, mit grüner Stola) bei einem interreligiösen meditativen Gottesdienst 2018 in der Marktkirche. Foto: privat.

 

 

 

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