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Claudia Kocabiyik wurde verabschiedet

Leiterin des Bildungswerks ist in den Ruhestand getreten

(Essen, 13.11.2019) In einem Gottesdienst am 13. November in der Marktkirche ist Claudia Kocabiyik, Leiterin des Evangelischen Bildungswerks, von Assessor Heiner Mausehund, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Essen, in den Ruhestand verabschiedet worden. Fast 27 Jahre lang hat die Diplom-Sozialwissenschaftlerin für den Evangelischen Stadtkirchenverband und heutigen Kirchenkreis Essen gearbeitet: Acht Jahre lang war Claudia Kocabiyik als Sozialsekretärin im Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) tätig; anschließend verantwortete sie fast neunzehn Jahre lang die Angebote der Evangelischen Erwachsenenbildung in Essen.

Claudia Kocabiyik wurde 1954 in Mülheim an der Ruhr geboren und ist dort auch aufgewachsen; ihr Studium in Duisburg schloss sie 1981 mit einer Diplomarbeit über die „Entwicklung der Ausländerpolitik in Mülheim“ ab. Danach gab sie Sprachkurse für ausländische Arbeitnehmer und Asylbewerber, arbeitete mit Frauen aus dem Libanon, Iran und Ägypten und leitete von 1985 an das Arbeitslosenzentrum ihrer Heimatstadt.

Im Juli 1992 wechselte Claudia Kocabiyik zum damaligen Stadtkirchenverband nach Essen, wo sie fortan gemeinsam mit dem ebenfalls neuen KDA-Pfarrer Willi Overbeck für die Interessen der Arbeitnehmer in Kirche und Gesellschaft eintrat. Einerseits galt es, die Stimme der Kirche in die Diskussionen über anstehende Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Stellenabbau, über die Gestaltung von Sozialplänen und die hohe Umweltbelastung einzubringen. Ebenso wichtig war es auch, die Mitarbeitenden und Gremien der Kirche für die Themen und Probleme der Arbeitswelt zu sensibilisieren.

Als der bisherige Geschäftsführer der Evangelischen Erwachsenenbildung in Essen, Bernd Mauß, 2001 in den Ruhestand trat, übernahm Claudia Kocabiyik die Leitung des Bildungswerks. Ganz entsprechend der neuen gesetzlichen Vorgaben entwickelte sie das Bildungsangebot in den folgenden Jahren Schritt für Schritt weiter: Neben Kreativität und künstlerischem Gestalten, Literatur, Meditation und Körpererfahrung setzten Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt neue Schwerpunkte im Programm. So galt das besondere Augenmerk von Claudia Kocabiyik etwa dem Umgang mit Mobbing am Arbeitsplatz, der Förderung von Kompetenzen in den Bereichen Rhetorik und Kommunikation, der Persönlichkeitsentwicklung, einem gelingendem Übergang in den Ruhestand oder nicht zuletzt dem Ziel, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen und zu befähigen.

Viele neue Angebote entstanden in Zusammenarbeit mit dem Senioren- und Generationenreferat des Diakoniewerks Essen; die Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk wurde zum Standard. Stellvertretend für diese ökumenische und auch diakonische Netzwerkarbeit sei das Projekt „WortWahl“ hervorgehoben, an das Claudia Kocabiyik besonders gerne zurückdenkt: Anlässlich der Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 waren alle Essenerinnen und Essener aufgerufen, Bibelverse einzureichen, die ihnen sehr viel bedeuten, und diese Auswahl zu begründen – die oftmals berührenden und sehr persönlichen Statements wurden als Lesung in der Marktkirche präsentiert und als Publikation herausgegeben.

Ob bei einem Seminar über den Umgang mit Trauer und Verlust oder bei der Förderung von Nachbarschaftshilfe im Quartier, bei Exkursionen zu bedeutenden Ausstellungen oder Vorträgen über literarische, religiöse und theologische Themen, bei vielfältigen Sprachkursen oder den zwei gelungenen Buchprojekten „Erzähl mir deine Geschichte“ (2016) und „Ohne Fassade – Frauen im Gespräch“ (2019): Dank einer sensiblen Auswahl und Begleitung der zahlreichen Referentinnen und Referenten erfüllte die Erwachsenenbildung unter der Leitung von Claudia Kocabiyik ihren Anspruch, die Kursteilnehmer in den gelingenden wie auch in den schwierigen Phasen ihres Lebens zu ermutigen und zu befähigen und sie ganz im Sinne des christlichen Menschenbildes zu stärken.

Auf der letzten Kreissynode des Kirchenkreises Essen im Mai 2019 hat Superintendentin Marion Greve erklärt, dass der Kreissynodalvorstand die Stelle der Leitung des Bildungswerks zunächst nicht wieder zur Besetzung freigegeben wird und das Bildungsprogramm in seiner bisherigen Form aufgrund stark zurückgehender finanzieller Ressourcen nicht weitergeführt werden kann. Auf der Herbstsynode wird der Ausschuss für Erwachsenenbildung neu besetzt. Er soll innerhalb des folgenden Jahres nach Antworten auf die Frage suchen, in welcher Form die bisherige Arbeit des Bildungswerks ggf. fortgesetzt werden kann. Die Durchführung von Sprachkursen wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim fortgesetzt - eine entsprechende Vereinbarung mit dem Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Nordrhein (eeb Nordrhein) wude bereits unterzeichnet.

 

 

 

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