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Gotthard Oblau ist in den Ruhestand getreten

Abschiedsgottesdienst in der Kirche an der Oberstraße

(Essen, 06.11.2019) Dreizehn Jahre lang war Dr. Gotthard Oblau als Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Rellinghausen tätig – im Gottesdienst am 10. November wurde der Theologe durch Superintendentin Marion Greve in den Ruhestand verabschiedet.

Seinen beruflichen Weg hatte Gotthard Oblau als Gymnasiallehrer für Deutsch und Religion begonnen, bevor sein Leben durch Reise- und Studienerfahrungen in Südafrika und Südindien eine Wende nahm und das Bild der Kirche als „weltweiter Leib Christi“ zu seinem Leitmotiv wurde.

1983 wechselte er zur Vereinten Evangelische Mission (VEM), wurde zunächst Theologischer Mitarbeiter der Ökumenischen Werkstatt in Wuppertal. Von 1985 bis 1997 war er gemeinsam mit seiner Frau, der Pastorin Claudia Währisch-Oblau, im chinesischen Nanjing und in Hongkong tätig, davon drei Jahre lang als Deutschlektor und neun Jahre in der Internationalen Öffentlichkeitsarbeit der Amity Foundation, einer chinesischen, der Kirche nahestehenden Wohltätigkeitsorganisation.

Ein Jahr nach seiner Rückkehr, 1998, wurde Gotthard Oblau Vikar in der Evangelischen Kirchengemeinde Rellinghausen. Nach dem 2. Theologischen Examen arbeitete er einige Jahre lang als Geschäftsführer des Vereins „Unterwegs“ und Schriftleiter der gleichnamigen Zeitung, die das Christsein mit weltweitem Horizont und politischer Verantwortung verbindet. Von 2002 an koordinierte er die theologische Fortbildung für Mitarbeitende aus den zahlreichen Migrationsgemeinden, vor allem im Bereich der rheinischen und der westfälischen Kirche. Der Gemeinde Rellinghausen blieb er aber weiter verbunden; seine lebendigen Predigten wurden hier von vielen Gottesdienstbesuchern sehr geschätzt und auch in der Kantorei war er regelmäßig als Sänger aktiv.

Nach einer nebenberuflichen Weiterbildung zum Pfarrer wurde Gotthard Oblau im Jahr 2004 ordiniert; es folgten Zeiten als Pfarrer zur Anstellung, Pfarrer mit Sonderauftrag und Pfarrer im Ehrenamt. 2006 wurde er in Rellinghausen schließlich als Nachfolger von Martin Quaas in die zweite Pfarrstelle der Kirchengemeinde Rellinghausen eingeführt.

„Ihm – Gott – sei die Ehre in der Kirche und in Christus Jesus durch alle Generationen dieser Weltzeit hindurch bis in alle Ewigkeit“, zitiert Gotthard Oblau einen Vers aus dem Brief, den der Apostel Paulus an die Epheser geschrieben hat. „Zweitausend Jahre ist dieses Bekenntnis alt, und seither hat es sich durchgehend bewahrheitet. Auch in Zukunft wird Kirche nicht aufhören. Irgendwelche Leute werden Gott immer die Ehre geben, überall, irgendwie.“ Das mache ihn bescheiden. „Ich bin ein Glied in einer langen Kette. Vor mir und nach mir: unübersehbar viele. Mit ihren je eigenen Erfahrungen und Glaubensweisen. Mit ihren Aspirationen und Ängsten. Das relativiert vieles.“

Gleichzeitig werte es ihn aber auch auf, zusammen mit seiner ganzen Generation: „Wir sind gewürdigt als Bindeglied. Ohne uns würde etwas fehlen, die Kette vielleicht sogar reißen. Und außerdem geht es ja nicht um eine Familienfirma oder einen Erbhof, sondern um Größeres: die Ehre Gottes, die ganze Weltzeit. Und da mischen wir mit! Wir vergessen das so leicht. Im täglichen Kleinkram geht es unter. Doch gerade heute kommt alles darauf an, dass es verstanden wird: Wir leben in einer Kette von Generationen. Wir leben hier als Gäste, als Treuhänder nur. Die Erde: geschenkt von Gott, ererbt von den Eltern, geliehen von den Kindern.“ Eine Haltung, die Gotthard Oblau übrigens auch in der aktuellen Jugendbewegung „Fridays for Future“ wiederfindet.

„Als Kollege in all den Jahren danke ich ihm von ganzem Herzen für seine solidarische, direkte und ehrliche Begleitung“, würdigt Pfarrer-Kollege Andreas Volke das Engagement Gotthard Oblaus. Seine beliebten Gemeinde- und Bibelseminare, „Oblaus Predigtworkshop“ – hier konnten die Teilnehmer regelmäßig Einfluss auf die sonntägliche Predigt nehmen –, die lebendige Konfirmandenarbeit und seine Verspredigten an Heiligabend würden in Erinnerung bleiben. Dass es bei ihm „immer Kontakte und Verbindungen zu Christinnen und Christen in der ganzen Welt gab, hat uns den Horizont geweitet und uns teilnehmen lassen an der von China bis nach Afrika reichenden weltweiten Gemeinde Jesu Christi“, so Andreas Volke weiter. „Wir wünschen ihm, seiner Frau und seiner Familie von Herzen Gottes Segen für die kommenden Jahre und einen gelungenen Übergang in die neue Lebensphase.“

Gotthard Oblaus Nachfolger, Pfarrer Markus Söffge, war bislang in der Evangelischen Kirchengemeinde Walsum-Vierlinden tätig; er wird am 1. Advent um 14.30 Uhr in seine neue Pfarrstelle in Rellinghausen eingeführt.

Foto: © Ellen Bischke

 

 

 

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