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Essen Krippenland thematisiert die Folgen des Klimawandels

Krippen aus Recyling- und Naturmaterialien in der Marktkirche

(Essen, 28.11.2019) Unter der Überschrift "Schöpfung bewahren" erzählen Krippen aus Recycling- und Naturmaterialien vom 30. November bis zum 6. Januar in der Marktkirche das Geschehen der Heiligen Nacht. Bei der Auswahl der Exponate hat sich der Ökumenische Arbeitskreis Essen Krippenland von der aktuellen Diskussion über die Folgen des Klimawandels und den Protesten der jungen Umweltbewegung „Fridays for Future“ inspirieren lassen. Blickfang im blauen Westchor ist eine „Waldkrippe“ mit lebensgroßen Figuren, die durch die Kindertagesstätte Frintroper Höhe, einer Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt Essen (AWO), gestaltet wurde. Die Ausstellung in der Marktkirche ist erneut das Herzstück eines Krippenweges mit 18 Stationen in der Innenstadt. Auch die anderen Standorte des Krippenweges sind einen Besuch wert; erstmals beteiligt sich in diesem Jahr der Libanesische Zedernverein mit einer „Outdoor-Krippe“ an diesem Projekt.

AWO-KINDERTAGESTÄTTE GESTALTET WALDKRIPPE

An der Waldkrippe haben Kinder und Erzieherinnen seit dem Sommer gearbeitet und mit viel Liebe und Fantasie Köpfe aus Pappmaschee geformt. Die Basis des Jesuskindes ist eine PET-Flasche; die Baumstämme, die die Körper der großen Figuren bilden, stammen aus einem der größten Waldgebiete im Ruhrgebiet, der Haard. „Die Waldkrippe passt zu diesem Kindergarten, weil er den Kindern die Natur im Rahmen von Waldtagen näherbringt, sein Gelände sehr naturnah gestaltet und regelmäßig gärtnert“, erklärt der Ökumenische Arbeitskreis Essen Krippenland. „Außerdem bezieht sich der Begriff der Nachhaltigkeit auf die Vorgabe, nie mehr Bäume zu schlagen als nachwachsen können.“

Auch die übrigen Krippen in der Marktkirche laden dazu ein, sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Engagement für Umwelt und Natur zu beschäftigen. Sechs Dosen Orange-Lemongras-Limonade und die Krippe ist komplett: Christuskind, Maria, Josef und die Heiligen Drei Könige; die gezeigte Sonderedition aus Materialien mit hohem Recycling-Potenzial kam 2015 auf den Markt. Leere Insektenspraydosen sind das Ausgangsmaterial für eine weitere Krippenszene, die aus Mali stammt und auf die dort bestehende Gelbfiebergefahr hinweist. Andere Figuren entstanden aus Zeitungspapier, Autoteilen oder Wolle. „Es war unsere Absicht, die Weihnachtsbotschaft mit der biblischen Schöpfungsgeschichte zu verbinden und durch die ausgewählten Materialien ‚ganz nebenbei‘ das Bewusstsein für aktuelle politische Herausforderungen zu stärken, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden“, erläutert der Arbeitskreis.

Die Ausstellung in der Marktkirche kann auch in in diesem Jahr dank einer freundlichen Förderung durch die Sparkasse Essen realisiert werden. Besichtigungen sind montags bis freitags von 10.30 bis 13.30 und von 15 bis 18 Uhr, an den Adventssamstagen von 12 bis 18 Uhr sowie unmittelbar vor und nach den Gottesdiensten und Konzerten möglich; der Eintritt ist frei. Bei unserem Besuch haben wir einen Clip für den YouTube-Kanal des Kirchenkreises gedreht.





18 STANDORTE IN DER INNENSTADT

Zu den insgesamt 18 Standorten des Krippenweges zählen der Essener Dom und die Kirche St. Gertrud, das Medienforum des Bistums Essen, das Rathausfoyer und die Volkshochschule, die Touristikzentrale am Hauptbahnhof, das Unperfekthaus und die Wiederbrauchbar, die Dekorationen an der Dachgauben der Weihnachtsmarktbuden vor der Marktkirche sowie die Schaufenster mehrerer Banken und Geschäfte. „Die Stationen des Krippenweges zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus, lassen regionale Stilrichtungen erkennen und dokumentieren die besondere künstlerische Fertigkeit ihrer Schöpfer“, erklärt der Arbeitskreis Essen.Krippenland.

Neu in diesem Jahr ist die „Outdoor-Krippe“ des Libanesischen Zedernvereins, die in der Kreuzeskirchstraße besichtigt werden kann und die Geburt Jesu im Orient darstellt. „Besonders Kinder mögen es sehr, die Krippe zu schmücken. In diesem Fall nutzen die Kinder des Libanesischen Zedernvereins ein Baumbeet für ihre liebevoll handgefertigten Figuren“, heißt es dazu. „Viele Libanesen feiern Weihnachten, denn fast ein Drittel der Menschen im Libanon sind Christen. Es gehört zur Tradition, zwei Wochen vor dem Fest kleine ‚Gärtchen‘ anzulegen.“

PREISRÄTSEL, BROSCHÜRE UND INTERNET

Wer mag, kann an einem Preisrätsel teilnehmen, das aus zwei Bildern besteht („Original und Fälschung“); den Gewinnern wirken Freikarten für das GOP-Varieté-Theater und die Lichtburg, Buchgeschenke („Essener Schätze“ über Dom und Domschatz) sowie verschiedene touristische Andenken an Essen. Die kostenlose Broschüre „Essen Krippenland – Engel weisen den Weg zu Krippen in Kirchen und Schaufenstern der Innenstadt“ mit dem Bilderrätsel, einer Übersichtskarte und vielen Informationen über die diesjährigen Exponate ist in der Marktkirche, im Foyer des Doms, am Infostand des Weihnachtsmarktes sowie in der Touristikzentrale am Hauptbahnhof erhältlich. Nähere Informationen über den Krippenweg durch die Innenstadt und die Essener Krippenlandschaft allgemein, die noch viele weitere Standorte in Kirchen und Kapellen der einzelnen Stadtteile umfasst, stehen auch im Internet auf der Seite www.essen-krippenland.de.

ÖKUMENISCHES KOOPERATIONSPROJEKT

Der Ökumenische Arbeitskreis Essen Krippenland wurde im Jahr 2003 auf Initiative des Essener Diözesanverbandes des Deutschen Katecheten-Vereins (dtv) und der Essen Marketing Gesellschaft (EMG) hin gegründet; weitere ständige Mitglieder und Förderer sind der Katholikenrat und der evangelische Kirchenkreis Essen. Zu den Hauptaufgaben des Arbeitskreises gehört es, die Inhaber von Geschäften mit repräsentativen Schaufenstern in der Essener Innenstadt sowie weitere Unterstützer und Sponsoren für das Projekt zu gewinnen, das Leitthema für die Ausstellung in der Marktkirche zu beschließen und die Auswahl der gezeigten Krippen zu begleiten. In Szene gesetzt werden die Exponate durch das Landschaftsarchitekturbüro Hoff.

AUFTAKT MIT GOTTESDIENST AM 1. ADVENT

Eröffnet wird die Aktion Essen Krippenland mit einem ökumenischen Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Kardinal-Hengsbach-Platz am Sonntag 1. Advent, um 17 Uhr. „Alle Menschen sind eingeladen, für einen Moment aus der beginnenden Weihnachtshektik auszusteigen, um sich gemeinsam auf die kommende Adventszeit einzustimmen“, heißt es dazu. Die liturgische Leitung haben Pfarrer Steffen Hunder und Pfarrer Gerd Heusch. Als Symbol der Hoffnung erhält jeder Gottesdienstbesucher eine kleine Kerze.

 

 

 

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