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Neujahrsempfang mit Diakonie-Präsident Ulrich Lilie

Die Evangelische Kirche in Essen begrüßte das neue Kirchenjahr

Über „Die Kunst des Zuhörens in ‚unerhörten‘ Zeiten“ sprach Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung,beim Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche in Essen. Mit der Veranstaltung begrüßte der Kirchenkreis Essen das neue Kirchenjahr, das am 1. Advent begonnen hat.

“Was verbindet uns, wenn wir nicht mehr aneinander gebunden sind?“, fragte Ulrich Lilie in seinem Vortrag. „Viele unerhörte Menschen in immer ungleicher werdenden Lebenswelten stellen sich angesichts tiefgreifender Veränderungen neue drängende Fragen: Werde ich meinen Arbeitsplatz behalten? Wie verändert sich mein konkretes Lebensumfeld? Welches Land werden wir in zehn Jahren sein? Wie sicher ist der Frieden? Welche Welt hinterlassen wir unseren Kindern?“ Die populistische Versuchung, bei den furchtbaren Vereinfachern schnelle und einfache Antworten auf solche Fragen zu suchen, sei groß, erklärte der Diakonie-Präsident.

„Mit Michael Sandel bin ich überzeugt, dass `hinter den einfachen Antworten eine Sehnsucht nach neuen Fragen` steht“, sagte der Theologe weiter. Es sei höchste Zeit, „dieser Sehnsucht politisch gerecht zu werden, diese Fragen öffentlich zu stellen und öffentliche Orte zu finden, wo wir gemeinsam und ganz analog zukunftsfähige und neue Antworten auf diese neuen Fragen entwickeln. Volkshochschulen, Kirchengemeinden, Stadtteilläden der Diakonie, Kneipen oder Theater genauso wie Rathäuser können solche öffentlichen Orte vor Ort sein: ‚Ernstfälle der Demokratie‘ (Johannes Rau) und Orte des lebendigen und konstruktiven Streits über wirklich tragfähige Antworten für die immer unterschiedlicher werdenden Menschen.”

Superintendentin Marion Greve empfing die Gäste in der Marktkirche; Assessor Heiner Mausehund, Skriba Silke Althaus und Kirchenkreis-Geschäftsführerin Katja Wäller wirkten an der Veranstaltung mit und sprachen Stimmen der "Unerhörten". In seinem Grußwort für die Stadt Essen erteilte Thomas Kufen jeder Form von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eine klare Absage; ausdrücklich dankte er den Steeler Kirchengemeinden für ihre eindeutige Haltung gegenüber den sogenannten Stadtteilspaziergängen der "Steeler Jungs". Bei den Bemühungen der Stadt um Integration, Bildung, Umweltschutz und klimagerechte Mobilität, zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre, wisse er die Kirche an seiner Seite. Für eine wunderbare Musik sorgten Kreiskantor Thomas Rudolph und das Vokalensemble "Vollklang".

ULRICH LILIE

Pfarrer Ulrich Lilie (geboren 1957) studierte als Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst Evangelische Theologie an den Universitäten Bonn, Göttingen und Hamburg. Nach seinem Vikariat in der Evangelischen Kirchengemeinde Bergeborbeck-Vogelheim wurde er 1989 zum Pfarrer ordiniert. Bis 2011 war er unter anderem als Krankenhausseelsorger und Gemeindepfarrer mit dem Zusatzauftrag der Leitung und Seelsorge am Hospiz tätig. Vier Jahre lang, von 2007 bis 2011, versah er außerdem das Amt des Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Düsseldorfs.

Von 2011 bis 2014 war Ulrich Lilie Theologischer Vorstand der Graf Recke Stiftung Düsseldorf. Seit 2014 ist er Präsident der Diakonie Deutschland, seit 2017 auch Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung und seit 2018 Vizepräsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW). Ulrich Lilie ist verheiratet und hat vier Kinder.

Titelfoto: Kirchenkreis Essen/Alexandra Roth

 

 

 

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