Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Evangelische Kirche in Essen trauert um Pfarrer i.R. Wolfgang Gronau

Pfarrer arbeitete 20 Jahre in der Lutherkirchengemeinde Altendorf

Die Evangelische Kirche in Essen trauert um Pfarrer i.R. Wolfgang Gronau, der am 16. Januar im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Zwanzig Jahre lang, von 1984 bis 2004, war Wolfgang Gronau Pfarrer in der Evangelischen Lutherkirchengemeinde Altendorf.

Wolfgang Gronau wurde am 18. April 1941 als Sohn eines Bergmanns in Duisburg geboren und absolvierte zunächst eine Lehre zum Fleischergesellen, bevor er 1959 in der Diakonieanstalt Duisburg die Ausbildung zum Gemeindediakon begann. Nach dem erfolgreichen Abschluss besuchte er im Rahmen der Initiative „Kirche unterwegs“ des Volksmissionarischen Amtes zunächst zahlreiche Camping-Plätze, Neubau-Gemeinden am Großstadtrand und protestantische Diaspora-Gebiete. Anschließend war er fünf Jahre lang in der Gemeindejugendarbeit tätig; parallel dazu absolvierte er ein berufsbegleitendes Studium der Theologie. Nach der Ordination zum Gemeindemissionar und Pastor 1971 wirkte er zunächst in Engers im Kirchenkreis Wied; von 1978 an verwaltete er die Pfarrstelle in Freusburg, einer ländlichen geprägten Gemeinde am Rande des Westerwalds.

1984 kam Wolfgang Gronau als Seelsorger in die Lutherkirchengemeinde nach Essen-West (ab 2000 Lutherkirchengemeinde Altendorf). Dort war ihm der persönliche Kontakt zu den Gemeindemitgliedern ebenso wichtig wie der Gemeindeaufbau: Nach dem Motto „Wenn die Menschen nicht zur Kirche kommen, kommt die Kirche eben zu ihnen“ förderte er den Besuchsdienst seiner Gemeinde nach Kräften und unternahm auch selbst ungezählte Besuche, sprach mit Entmutigten und Einsamen, gab Menschen Hoffnung und Trost. Gleichzeitig gewann er junge Familien für das Gemeindeleben, betreute den Kindergarten und engagierte sich in der Ökumene. Den Aufbau von Bibelgesprächsgruppen verstand er als „Hilfe für das Christsein im Alltag“.

Besonders am Herzen lag es ihm, den Menschen auch in einer zunehmend säkularen Umgebung vielfältige christliche Gemeinschaftserfahrungen zu ermöglichen und durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit das Bild einer einladenden Kirche zu vermitteln: So gestaltete er viele Jahre lang zusammen mit seiner Frau Gisela den Gemeindebrief der Lutherkirchengemeinde.

„Wolfgang Gronau war mit Leib und Seele Pfarrer dieser Gemeinde“, schrieb sein langjähriger Pfarrer-Kollege Wolfgang Knopp im April 2004, anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand. „Bei ihm fallen Hobby, Berufung und Beruf so zusammen, dass man sie nicht trennen kann. Alle Menschen, denen er hier begegnet ist, werden davon etwas gespürt haben.“ Wolfgang Gronau habe hier „keinen ‚Job erledigt‘, sondern einen Beruf im wahrsten Sinne des Wortes ausgeübt“, so Knopp weiter.

„Gottes Segen für uns, für mich, für die Familie, für die Gemeinde, für manche Zeitgenossen durfte ich, durften wir in den unterschiedlichsten Situationen gemeinsam erfahren“, lautete Wolfgang Gronaus eigenes Resümee, als er verabschiedet wurde. „Gottes Segen ist nicht statisch, sondern dynamisch. Gottes Segen kann und will weiterfließen. Im Segensgebet im Namen Jesu fließt Gottes Segenskraft zu uns und durch uns zu anderen.“

Diesem Credo blieb Wolfgang Gronau auch im Ruhestand verpflichtet. Viele Jahre hielt er in der Lutherkirchengemeinde Altendorf weiter Gottesdienste, förderte das Wissen über Traditionen innerhalb des Judentums und leitete Gemeindegruppen – eine davon, der Meditationskreis, traf sich auch nach seinem Umzug in den Stadtteil Gerschede regelmäßig unter seiner Leitung, bis vor einigen Tagen noch.

Der Trauergottesdienst für Wolfgang Gronau findet am Samstag, 25. Januar, um 13 Uhr in der Borbecker Matthäuskirche an der Bocholder Straße 39 statt; im Anschluss erfolgt die Beisetzung auf dem Matthäusfriedhof. Anstelle zugedachter Kränze und Blumen bittet die Familie um eine Spende an die Liberale Jüdische Gemeinde Ruhrgebiet „Perusch“ für eine Torah-Rolle (LJG Perusch, Volksbank Rhein-Ruhr, IBAN: DE50 3506 0386 4389 8700 01, Verwendungszweck „Torah für Oberhausen, Gronau“).

Unser Titelbild entstand anlässlich des 25jährigen Ordinationsjubiläums von Wolfgang Gronau im Jahr 1996. © Foto: Kirchenkreis Essen - Pressearchiv/Manfred Nolte

 

 

 

nach oben ▲