Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Die Passion – live in Essen wurde abgesagt

Keine Übertragung aus der Innenstadt wegen Coronavirus

Der Entertainer Thomas Gottschalk sollte am Mittwoch vor Ostern als Erzähler durch das RTL-Live-Event „Die Passion“ führen. Für die Inszenierung der letzten Tage im Leben von Jesus Christus diente das Zentrum der Stadt Essen als Bühne. Bekannte Schauspieler und Sänger sollten mit Hilfe deutscher Popsongs die über 2000 Jahre alte Geschichte zum Leben erwecken und die dramatischen Ereignisse in unsere heutige Zeit transportieren. Geplant war auch eine Passions-Prozession, bei der ein großes leuchtendes Kreuz durch die Straßen Essens zur Hauptbühne getragen werden sollte.

In den Niederlanden hat „Die Passion“ als Live-Musik-Event bereits seit zehn Jahren Tradition im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. In Deutschland hatte RTL Television die Firma Mediawater in Kooperation mit Kimmig Entertainment mit der Produktion beauftragt. Musikalischer Direktor war Michael Herberger, der unter anderem auch für Musik und Ton der Vox-Sendung „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ verantwortlich ist und mit den Söhnen Mannheims Erfolge feiert.

„Mit dieser Geschichte zeigen wir Haltung und dass es sich lohnt, gemeinsam füreinander einzustehen. Hier geht es um Respekt und Liebe für den Nächsten - unabhängig von Herkunft und Religion“, hatte RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm auf einer Pressekonferenz angekündigt. Auf der Hauptbühne im Stadtzentrum Essens würden die Zuschauer „die Geschichte von Verrat, Leiden und Sterben, aber auch von Hoffnung, Liebe und Vergebung in einer modernen, noch nie dagewesenen Art erleben“. Bekannte Sänger sollten zudem an verschiedenen Schauplätzen der Stadt auftreten.

Auch die Essener Kirchen konnten der modernen Inszenierung der Leidensgeschichte Jesu Positives abgewinnen: Zwar handele es sich um eine eher unübliche Passion und das Drehbuch nimmt – in dem Bemühen, die Handlung „TV-kompatibel“ zu machen – die eine oder andere Vereinfachung gegenüber der biblischen Erzählung vor.

Trotzdem standen das Ruhrbistum und der Kirchenkreis Essen dem Projekt grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber: „Wir hoffen, dass diese Veranstaltung auch Menschen berührt, die mit Kirche sonst wenig oder gar nichts zu tun haben“, erklärten die Kirchen. Zur Aufführung am 8. April sollten sowohl die Marktkirche als auch der Dom ihre Türen für Seelsorge und Gespräche öffnen; auch ein gemeinsamer liturgischer Abschluss wurde geplant.

 

 

 

nach oben ▲