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Gandhi-Preise für Maya Ross und Jonathan Kern

Auszeichnung wurde in der Frida-Levy-Gesamtschule übergeben

(Essen, 20.02.2020) Zum sechsten Mal haben die Evangelische Kirche in Essen und die Fördergemeinschaft Friedensarbeit und Gewaltlosigkeit e.V. eine Schülerin und einen Schüler der Frida-Levy-Gesamtschule für ihr zivilcouragiertes Verhalten mit dem Gandhi-Preis ausgezeichnet.

Maya Ross und Jonathan Kern aus der 10. Jahrgangsstufe der Frida-Levy-Gesamtschule sind von ihren Mitschülern, der Schülervertretung und der Schulleitung als Trägerin bzw. Träger des Gandhi-Preises für Zivilcourage und gewaltfreie Veränderung im Schuljahr 2019/20 ausgewählt und ausgezeichnet worden. „Maya und Jonathan haben bedrohliche und aggressive Situationen durch ihr empathisches, besonnenes und mutiges Eingreifen entspannt und befriedet“, erklärte die Jury.

Maya Ross wurde vor dem Cinemaxx Essen Zeugin eines Auffahrunfalls. Der Fahrer des Wagens, auf den aufgefahren wurde, war so wütend, dass er auf die Fahrerin des anderen Autos losgegangen ist und sie geschlagen hat. Es gab sofort einen großen Kreis von Schaulustigen, aber niemand ist eingeschritten oder hat die Polizei gerufen. Erst als Maya dazwischen gegangen ist, haben auch andere Zuschauer geholfen die Streitenden zu trennen und zu beruhigen.

Jonathan Kern half bei einem Konzertbesuch in der Philharmonie Essen einer älteren Dame, die vor ihm auf der Rolltreppe gestürzt war, wieder auf die Beine zu kommen. Außerdem hat er deeskalierend auf die Situation eingewirkt, indem er andere Besucher daran gehindert hat, die Gestürzte rücksichtslos zu überholen und zu überrennen.

In einer Feierstunde überbrachte Pfarrer Dietmar Klinke, Schulreferent des Kirchenkreises Essen, die Glückwünsche der Kirche und ein Preisgeld. Festredner war in diesem Jahr Dr. Julius Reubke, der der versammelten Schülerschaft von dem Projekt Jai Jagat (jaijagat2020.org) berichtete: Seit dem Herbst 2019 marschieren die Ärmsten der Armen von Indien aus in Richtung Genf. Dieser Marsch in der Tradition von Gandhis Salzmarsch von 1930 ist ein Aufruf an die Weltgemeinschaft für ein menschenwürdiges Leben für alle. Jai Jagat heißt „Sieg für die Welt“. In Europa beteiligen sich viele junge Menschen mit einem Fahrradkorso an dem weltweiten Friedensmarsch. Der Korso führt im Herbst 2020 von Wuppertal über Dortmund, Düsseldorf, Köln, Bonn und an der Rheinschiene entlang über Basel nach Genf. Er wird auch in Essen Station machen. Das Projekt zeigt eindrücklich, dass die Ideen Mahatma Gandhis (1869-1948) noch immer sehr lebendig und wirkmächtig sind.

Stichwort: Gandhi-Preis

Mit dem „Gandhi-Preis“ der Fördergemeinschaft Friedensarbeit und Gewaltlosigkeit e.V. (FöGe e.V.) werden seit 1978 Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgezeichnet, die zivilcouragiert handeln oder Initiative zur Weiterentwicklung einer konstruktiven Konfliktkultur zeigen. Die Initiative „Gandhi-Preis“ richtet sich an Schulen: Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer oder andere Mitarbeitende können Gruppen oder Einzelpersonen aus ihrer Schulgemeinde für diesen Preis vorschlagen, der dann feierlich verliehen wird. Internet: gandhi-preis.de.

Titelfoto: Martin Bauer Suerther

 

 

 

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