Logo Evangelische Kirche in Essen


Nachrichten

Die Gewalt an der Grenze stoppen!

Superintendentin Marion Greve sprach auf Kundgebung am 7. März

(Essen, 07.03.2020) Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen, unterstützt die Forderungen der lokalen Seebrücke-Initiative und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die Gewalt an der griechisch-türkischen Grenze zu stoppen, und spricht sich dafür aus, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Essen aufzunehmen.

"Mit Erschrecken blicke ich auf die Zustände in den Flüchtlingscamps an der türkisch-griechischen Grenze und nehme wahr, was sich dort abspielt", sagte die Superintendentin bei der Seebrücke-Kundgebung am 7. März auf dem Essener Willy-Brandt-Platz. "Als Evangelische Kirche stehen wir grundsätzlich hinter dem biblischen Auftrag, uns um geflüchtete Menschen zu kümmern, denn der Fremde steht unter dem unbedingten Schutz Gottes."

Weiter erklärte Marion Greve: "Ich habe selber mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gesprochen, die sich seit 2015 für geflüchtete Menschen einsetzen. Mancher Einsatz von Ehrenamtlichen und auch wunderbare Entwicklungen wurden in den Medien veröffentlicht - und gleichzeitig sehe ich, dass nicht alles Bemühen geglückt ist. Die Traumata der Flucht, die unterschiedlichen Kulturen, unausgesprochene Erwartungshaltungen führen immer wieder zu schwierigen Situationen – zum Gelingen von Integration müssen sowohl Geflüchtete als auch wir als bereits hier Beheimatete gemeinsam beitragen.

Doch unabhängig von glückenden oder auch schwierigen Erfahrungen gilt: Die Menschen, die bei uns ankommen, weiter zu begleiten, ist für mich ein christliches Gebot und ein wichtiges Ziel unserer Arbeit. Gemeinsam mit der Stadt Essen und vielen weiteren Partnern!

Besonders fassungslos macht mich in diesen Tagen die schreckliche Situation der rund 5.000 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten auf den griechischen Inseln. Als Zeichen dafür, dass wir die Menschen dort nicht alleine lassen, stehe ich heute hier! Als Evangelische Kirche fordern wir schnelle Entscheidungen, wie und wo humanitäre Hilfe wirksam geleistet werden kann. Dazu müssen Europa und Deutschland ihren angemessenen Beitrag leisten. Dazu müssen auch wir in Essen unseren Beitrag leisten.

Gemeinsam mit der Seebrücke fordern wir als Kirche die sofortige Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter von den griechischen Inseln in Deutschland und auch in Essen. Wir haben hier vor Ort Platz und genügend Betreuungsplätze! Nicht politische Überlegungen zur Sicherung der EU-Außengrenzen dürfen im Mittelpunkt stehen, sondern humanitäre Lösungen und die Bewahrung des Flüchtlingsschutzes!

Das 21. Jahrhundert wird sich auch einmal daran messen lassen müssen, wie wir mit fremden und geflüchteten Menschen umgegangen sind. Toll, dass wir hier im Sinn der Erklärung von Lesbos ein gemeinsames Zeichen setzen."

ERKLÄRUNG VON LESBOS

Am 28. Februar haben die Evangelische Kirche in Deutschland, die Seebrücke-Initiative und verschiedene Kommunen eine "Erklärung von Lesbos" veröffentlicht; die darin enthaltenen Forderungen finden Sie hinter dem untenstehenden Link.

Titelfoto: Seebrücke - Schafft sichere Häfen!

 

 

 

nach oben ▲