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Diakoniewerk schränkt Zeiten für Besuche und Beratung ein

Maßnahmen zum Schutz von Bewohnern und Klienten

(Essen, 18.03.2020) Mit weitreichenden Maßnahmen hat das Diakoniewerk Essen auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert. Diese gehen von den angeordneten Schließungen von Kindertagesstätten und der Reduzierung von Besuchszeiten in Pflege- und Betreuungseinrichtungen sowie der Sprechzeiten in den Beratungsdiensten bis hin zur Absage von Fortbildungen und Veranstaltungen.

"An oberster Stelle all unserer Planungen und Maßnahmen steht der Schutz unserer Bewohner und Klienten in den unterschiedlichen Einrichtungen und Diensten", unterstrich Geschäftsführer Joachim Eumann. Gleichzeitig betonte er die Vorläufigkeit aller aktueller Anstrengungen im Hinblick auf die rasante Dynamik der Krise.

"Seit Mittwoch sind alle unsere 21 Kindertagesstätten bis auf die erforderlichen Notplätze geschlossen", so Joachim Eumann. Zurzeit werde gemeinsam mit den betroffenen Eltern besprochen, wo in den Kitas vor Ort aufgrund der Unabkömmlichkeit der Eltern an ihren Arbeitsplätzen Betreuungskapazitäten vorgehalten werden müssten.

"Auch hinsichtlich der Anordnung, Besuchszeiten auf das Notwendigste zu reduzieren, haben wir für unsere Pflegeeinrichtungen und für die Wohneinrichtungen der Behindertenhilfe konkrete Zeitfenster entwickelt", erläuterte der Geschäftsführer. Die festgelegten Regelungen betreffen insgesamt sieben Einrichtungen und werden in Kürze auf den jeweiligen Webseiten veröffentlicht.

Auch die Sprechzeiten der Beratungsdienste wurden im Zuge der Corona-Krise angepasst und betreffen neben der Beratung für Neuzugewanderte auch die Schwangerenberatung, die Soziale Servicestelle und das Nachbarschaftsbüro BlickPunkt 101 in Essen-Altendorf. "Hier macht es Sinn, sich vorab telefonisch zu informieren oder einen individuellen Beratungstermin zu vereinbaren", machte Joachim Eumann deutlich.

Der kurzfristig zusammengestellte Krisenstab des Diakoniewerks beschäftigt sich zudem auch mit möglichen Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeitenden. So wurden bis vorerst zum 19. April alle geplanten Gemeinschafts- und Gruppenangebote, Fortbildungen und Veranstaltungen abgesagt. Interne Besprechungen wurden auf eine maximale Teilnehmerzahl von zehn Personen in dafür geeigneten Räumlichkeiten begrenzt. Darüber hinaus erhalten Mitarbeitende die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit soweit dienstlich vertretbar zu flexibilisieren.

"Wir hoffen und bitten um eine möglichst große Solidarität zwischen allen Beteiligten innerhalb unserer Arbeitsbereiche", so Eumann. "Denn nur gemeinsam kann es uns gelingen, diese schwierigen Zeiten so gut wie möglich durchzustehen."

Alle Arbeits- und Beschäftigungsmaßnahmen vorerst eingestellt

Während zur Aufrechterhaltung "kritischer Infrastrukturen" in vielen Einrichtungen und Diensten des Diakoniewerks durch die Ausbreitung des Coronavirus Hochbetrieb herrscht, wurden in den Tätigkeitsbereichen der Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft AiD alle mit dem JobCenter Essen durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen bis auf weiteres eingestellt.

Neben dem Diakonie-Restaurant "Church" am Essener Salzmarkt, das bereits gestern für Gäste geschlossen wurde und nur noch seinen Liefer- und Catering-Service aufrecht erhält, mussten heute nun auch alle sieben von der AiD betriebenen Diakonieläden sowie die Möbelbörse in der Hoffnungstraße ihren Betrieb einstellen.

Somit stehen die Diakonieläden in Borbeck, Frohnhausen, Katernberg, Kray, Steele und Werden sowie der Diakonieladen Mitte zurzeit auch nicht als Abgabestelle für Kleiderspenden zur Verfügung.
"Dadurch dass wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Arbeits- und Beschäftigungsprojekte aktuell nicht mehr einsetzen können, müssen wir auch unser System der Kleidersammlung weitestgehend einstellen", erläuterte AiD-Betriebsleiter Jens Schmalenberg.

Mitbürgerinnen und Mitbürger, die die momentane Situation auch dazu nutzen, um Altkleidung auszusortieren und diese einem guten Zweck zukommen lassen wollen, bittet Jens Schmalenberg um Geduld. "Leider haben wir derzeit keine ausreichenden Kapazitäten, um Altkleidung zu lagern und zu sortieren", so der Betriebsleiter. "Wir würden uns freuen, wenn Kleiderspenden zunächst in den Privathaushalten verbleiben und uns nach der Bewältigung der Krise erreichen."

Zur Not stünden auch die rund 40 Altkleider-Container des Diakoniewerks zur Verfügung, die zurzeit jedoch auch nicht in der gewohnten Frequenz zur Leerung angefahren werden könnten. "Lieber wäre es uns allerdings, diese nur im Ausnahmefall zu nutzen, bis unsere Infrastruktur wieder komplett hergestellt ist", bittet Jens Schmalenberg alle Bürgerinnen und Bürger, die das Diakoniewerk mit Kleiderspenden unterstützen möchten, um Verständnis.

 

 

 

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