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Fest der Hoffnung

Ostergruß der Superintendentin

(Essen, 12.04.2020) Über die große Kraft, die in der Hoffnung liegt, spricht die Essener Superintendentin Marion Greve in ihrem diesjährigen Osterwort. „Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie in dieser unruhigen Zeit der Corona-Krise den Mut und die Hoffnung nicht verlieren“, erklärt die leitende Theologin des Kirchenkreises Essen:

OSTERWORT DER ESSENER SUPERINTENDENTIN

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Ostern ist das Fest der Hoffnung! Keine irgendwie abstrakte Hoffnung, die nichts mit unserem Leben zu tun hat. Es ist eine trotzige Hoffnung, die ihren Grund in Jesus Christus hat, der sein Leben mit uns teilte bis in den Tod. Dass man die Kraft der Hoffnung darin nicht immer sofort erkennt und versteht, belegen die nachösterlichen biblischen Texte auf berührende Weise: Auch die engsten Freunde erkennen Jesus nicht oder verstehen ihn nicht.

Doch der Auferstandene zieht sich nicht zurück, sondern mischt sich ein. Er tritt auf, kommt dazu, geht an der Seite der Jünger auf dem Weg nach Emmaus.

Und genau dies wünsche ich Ihnen allen von Herzen: In dieser unruhigen Zeit der Corona-Krise den Mut und die Hoffnung nicht zu verlieren. Kontakte einzuschränken, wird noch eine Weile nötig sein. Aber in der Zwischenzeit gibt so vieles an Solidarität zu entdecken, unabhängig von Religion oder Herkunft. Das macht mir Mut und ich bin dankbar, es erleben zu dürfen. Das mag auch denen Hoffnung geben, die sich jetzt in diesen Tagen einsam und allein fühlen.

Deshalb lade ich Sie gerne dazu ein, sich in diesem Jahr an Ostern dieser Kraft der Hoffnung zu öffnen; da das nicht in Gottesdiensten in unseren Kirchen, von Angesicht zu Angesicht geht, vielleicht bewusst im Miteinander diese Tage in ihrer unterschiedlichen Prägung zu erleben.
Zurück zur biblischen Geschichte: der auferstandene Jesus trifft seine Jünger, die ihn nicht erkennen und sich mit ihm über die Kreuzigung unterhalten. Erst beim gemeinsamen Abendessen in Emmaus „gehen ihnen die Augen auf“ (Lukas 24,31).

Diejenigen, die Jesus begegneten, spürten intensive Momente eines neuen Lebens. Mitten in den eigenen Ängsten eine Art Vorgeschmack, auf das, was möglich ist. Ein Vorgeschmack, der neugierig macht und hoffen lässt auf das gemeinsame Leben nach der Corona-Krise – und erst recht auf das, was am Ende des Lebens einmal kommen wird.

An Gott glauben, das ist hoffen. Hoffen darauf, dass mein Leben Sinn ergibt – mit all meinem Schmerz. Und ich auferstehe – mit Gottes Hilfe. Halleluja!
Amen.

Ostern 2020

Marion Greve
Superintendentin des Kirchenkreises Essen

 

 

 

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