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Kirchengemeinden bereiten Präsenzgottesdienste vor

Erste Ideen und Konzepte werden ausprobiert

(Essen, 14.05.2020) Auch am kommenden Sonntag wird es in den evangelischen Kirchen in Essen noch keine flächendeckenden öffentlichen Gottesdienste geben. Zwar sind mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen seit Anfang Mai grundsätzlich ab sofort wieder sogenannte Präsenzgottesdienste möglich, doch halten sich alle Essener Gemeinden an die Empfehlung von Landeskirche, Kirchenkreis und Stadt, ihre Gotteshäuser nur schrittweise zu öffnen und die ersten gottesdienstlichen Feiern unter den Bedingungen der Corona-Auflagen zunächst in kleinerem Rahmen auszuprobieren. Wie Superintendentin Marion Greve weiter mitteilte, wird die für Juni geplante Kreissynode auf Ende August verlegt.

„Bei allem wachsenden Schmerz, den der Verzicht auf die üblichen öffentlichen Gottesdienste bedeutet und im Wissen darum, dass auch die besten Wohnzimmer-Andachten und Online-Angebote – für die es im Kirchenkreis Essen im Übrigen ganz famose Beispiele gibt – eine Feier mit persönlicher Anwesenheit nicht völlig ersetzen können: Bis in jeder evangelischen Kirche wieder am Sonntagvormittag die Glocken zum Gottesdienst läuten, wird es noch eine ganze Weile dauern“, erklärte Marion Greve. Einige Kirchengemeinden hätten angekündigt, an den nächsten Wochenenden zunächst in einem kleineren Rahmen zu testen, wie Gottesdienste unter Beachtung der geltenden Abstands- und Hygieneregelungen gefeiert werden können; so dürfte es zum Beispiel die eine oder andere kleinere liturgische Feier während des Angebots einer „Offenen Kirche“ geben.

Für die meisten Gemeinden zeichnet sich bereits ab, dass sie frühestens am Pfingstsonntag, 31. Mai, wieder öffentliche Präsenzgottesdienste feiern werden; die eine oder andere Gemeinde hält ihre Kirche auch bis in den Juni hinein geschlossen – denn ausschlaggebend für eine mögliche Öffnung sind neben den behördlichen Abstands- und Hygieneregelungen auch die räumlichen und personellen Gegebenheiten vor Ort. So gelten etwa für die Evangelische Kirche im Rheinland nicht nur Gottesdienstbesucher, sondern auch alle Mitarbeitende der Gemeinden, die über eine Vorerkrankung verfügen oder älter als sechzig Jahre alt sind, als Mitglieder einer Risikogruppe, die besonders zu schützen sind – Pfarrerinnen und Pfarrer, Ehrenamtliche, die an der Liturgie mitwirken, natürlich auch Küsterinnen und Küster und alle anderen, die sich bei der Durchführung und Organisation vor Ort engagieren.

Voraussetzung für die Wiederaufnahme von „Präsenzgottesdiensten für alle“ sind in jedem Fall ein entsprechender Beschluss des Presbyteriums und die Aufstellung eines Schutzkonzeptes, das die getroffenen Maßnahmen zur Vorbeugung einer Ansteckung mit dem Corona-Virus beschreibt – insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung des Kontaktverbots, die Gewährleistung des Mindestabstands, die Steuerung des Zutritts auch vor der Kirche, die Zuweisung von Plätzen und die Möglichkeit zur Händedesinfektion; zudem ist das Führen von Teilnahmelisten obligatorisch. Weitere Selbstverpflichtungen ergeben sich aus den „Eckpunkten einer verantwortlichen Gestaltung von Gottesdiensten in den Gliedkirchen der EKD“, die auch bereits Gegenstand der Absprachen mit der Stadt Essen, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Bundesregierung waren; danach soll etwa auf den Gemeindegesang und die Feier des Abendmahls verzichtet werden. Darüber hinaus wurde allen Gemeinden des Kirchenkreises angeraten, das Tragen von Mund-Nase-Masken, das in den „Eckpunkten“ dringend empfohlen wird, in allen Kirchen zur Vorschrift zu machen. Nicht zuletzt ist für jede Kirche die Zahl der maximal zulässigen Besucher festzulegen.

Superintendentin Marion Greve bekräftigte noch einmal, dass die zuletzt beschlossenen Lockerungen nicht als „Verpflichtung angesehen werden dürfen, nun sofort und überall wieder zu Gottesdiensten in die Kirchen einzuladen“. Sie sollten es den Gemeinden vielmehr ermöglichen, „Ideen für Gottesdienste zu entwickeln und auszuprobieren, die den durch die Corona-Pandemie hervorgerufenen Sorgen und Ängsten der Menschen Rechnung tragen, die Einhaltung der behördlich auferlegten Beschränkungen ermöglichen und vor allem auch dem der Bibel innewohnenden Gebot, den Nächsten zu schützen, folgen“.

KREISSYNODE MUSS VERSCHOBEN WERDEN

Auch die geplante Tagung der Essener Kreissynode am 19. und 20. Juni ist von den aktuellen Geschehnissen betroffen und kann aufgrund der geltenden Beschränkungen nicht als Präsenzsynode stattfinden. Da Großveranstaltungen, zu denen nach jetzigem Stand auch die Tagung der Kreissynode zählt, bis Ende August untersagt sind, bis diesem Termin aber unter anderem die Abordnungen zur Landessynode benannt werden müssen, wird die nächste Kreissynode – sofern sich die gesetzlichen Bestimmungen bis zu diesem Zeitpunkt nicht wesentlich verändern – im Rahmen einer Videokonferenz stattfinden.

Zur Vorbereitung der Tagung in diesem neuen Format ist eine ausreichende Vorbereitungszeit vonnöten. Der Kreissynodalvorstand hat deshalb beschlossen, die geplante Frühjahrssynode zu verschieben. Der Kreissynodalvorstand folgt mit dieser Entscheidung auch den Empfehlungen der Landeskirche. Neuer Termin für die 25. ordentliche Tagung der Kreissynode Essen ist Freitag, der 28. August. „Es ist uns bewusst, dass die Durchführung der Tagung per Videokonferenz im Hinblick auf die Anzahl der Teilnehmenden – die Essener Synode ist mit rund 150 Mitgliedern nach wie vor die größte der Evangelischen Kirche im Rheinland – uns alle vor Herausforderungen stellt“, teilte Superintendentin Marion Greve den Synodalen in einem Schreiben mit. Die bislang gesammelten Erfahrungen und Rückmeldungen zur Durchführung von Sitzungen in elektronischer Form ließen jedoch darauf hoffen, dass die erforderlichen Beratungen und Entscheidungen auch in diesem Rahmen getroffen werden könnten.

„Der Kirchenkreis und das Evangelische Verwaltungsamt setzen sich bereits intensiv mit den nötigen Voraussetzungen zur Durchführung der Synode per Videokonferenz auseinander und werden rechtzeitig und laufend über das konkrete Format, die dazu erforderlichen technischen Voraussetzungen und Möglichkeiten der Unterstützung durch das Evangelische Verwaltungsamt Essen informieren“, erklärte die Superintendentin in ihrer Mitteilung. „Wir befinden uns hierzu auch in enger Abstimmung mit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Unter anderem nimmt unser Kirchenkreis an einem Projekt der Landeskirche zur möglichen Einführung eines Onlinewahltools teil.“

Unser Titelbild zeigt den Kirchsaal der Kirche Rellinghausen an der Oberstraße 65. Foto: Achim Pohl.

 

 

 

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