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Die Relevanz des Evangeliums spiegelt sich nicht nur in Zahlen

Mitgliederzahlen nehmen weiter ab

(Düsseldorf (26.06.2020). Die Evangelische Kirche im Rheinland liegt im Trend der EKD-Gliedkirchen und hat im vergangenen Jahr deutlich an Mitgliedern verloren. Am 31. Dezember 2019 zählte sie noch 2,45 Millionen Kirchenmitglieder (2018: 2,5 Millionen Mitglieder). Die genau 2.453.379 Mitglieder verteilten sich wie folgt auf die Bundesländer: Nordrhein-Westfalen 1.910.747 (2018: 1.949.981), Rheinland-Pfalz 338.200 (2018: 343.260), Saarland 132.969 (2018: 135.797), Hessen 71.463 Mitglieder (2018: 72.970).

Vorläufige Zahlen, weil die statistische Erhebung noch läuft

Für die Veröffentlichung erster bundesweiter Zahlen zum kirchlichen Leben im vergangenen Jahr, die die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) heute verbreitet, hat auch die Evangelische Kirche im Rheinland Daten zugeliefert. Aufgrund der noch laufenden statistischen Erhebung sind diese vorläufigen Zahlen zum Teil hochgerechnet. Die abschließende Statistik wird wie in jedem Jahr erst im Herbst vorliegen können. In die Daten der EKD sind folgende vorläufige Zahlen eingeflossen: Die Zahl der Taufen sank 2019 auf 17.803 (2018: 18.603), die Zahl der Verstorbenen sank im selben Zeitraum auf 40.587 (2018: 41.973). Mit 3235 blieb die Zahl der Aufnahmen nahezu konstant. Die Zahl der Austritte aus der rheinischen Kirche stieg im Jahr 2019 um rund 23 Prozent auf 28.517 (2018: 23.142).

Seelsorge ist ein starkes Stück Kirche – unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Angesichts der abnehmenden Mitgliederzahl betont Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Die Relevanz des Evangeliums spiegelt sich nicht allein in Trends und Zahlen.“ Es gebe eine Seite von Kirche, die keine Öffentlichkeit vertrage. „Davon nimmt nur derjenige Notiz, der besucht, der persönlich begleitet, mit dem gebetet wird.“ Dieses starke Stück kirchlicher Arbeit – die Seelsorge – passiere dort, wo Menschen Grenzerfahrungen machen müssten. Im Krankenhaus zum Beispiel, in Altenheimen, in Justizvollzugsanstalten, im Beruf als Polizistin und Polizist, aber auch in Kirchengemeinden und nach den Ferien wieder an den Schulen. „Jesus Christus hat sich um diejenigen gekümmert, die am Rand standen und die in Not waren. Er hatte ein Herz für sie. Er bewegte Menschen – und veränderte auf diese Weise die Welt. Solange wir in seiner Spur unterwegs sind, sind wir als Kirche ganz bei uns. Und unsere Kirche ist ganz bei sich, wo sie nah bei den Menschen ist“, so Rekowski weiter.

Rheinische Kirche investiert zwölf Millionen in Zukunftsfähigkeit

Gleichzeitig schafft die Evangelische Kirche im Rheinland Raum für neue Ideen und fördert zunächst zehn Initiativen auf ihrem Gebiet als sogenannte Erprobungsräume. Erprobt wird dort mit Mut und Kreativität, wie Kirche auf den jeweiligen Kontext bezogen neu Gestalt gewinnen kann – mal als internationale, mal als gemeinwesenorientierte, mal als virtuelle Gemeinde. „Unser Ziel ist es, auf neuen Wegen Menschen zu erreichen, die sich in unseren Angeboten bislang nicht zuhause fühlen“, sagt Präses Rekowski. Dafür hat die Landessynode 2019 ein Programm mit einem Volumen von insgesamt zwölf Millionen Euro an Finanz- und Personalmitteln für die kommenden zehn Jahre aufgelegt.

Stichwort: Rheinisches Kirchengebiet

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat rund 2,45 Millionen Mitglieder und erstreckt sich über Gebiete in den vier Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Sie umfasst weitgehend das Gebiet der früheren preußischen Rheinprovinz. Ihre 668 Kirchengemeinden sind in 37 Kirchenkreisen zusammengeschlossen.

Text und Foto: ekir.de

 

 

 

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