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Marion Greve: Niemand soll ertrinken müssen!

Kirchenkreis Essen unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

(Essen, 21.08.2020) Der Kirchenkreis Essen unterstützt die Rettungsmission der Sea-Watch 4: Seit Freitag kreuzt das ehemalige Forschungsschiff vor der libyschen Küste, um Flüchtlingen und Migranten in Seenot zu helfen. Finanziert wurde das Rettungsschiff durch das Bündnis "United4Rescue", das maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiiert wurde; auch der Kirchenkreis ist dem Bündnis beigetreten. Betreiber des Schiffes ist neben der Organisation "Sea-Watch" auch die Hilfsaktion "Ärzte ohne Grenzen".

Die Essener Superintendentin Marion Greve freut sich über die Rettungsmission, deren Start wegen der Corona-Pandemie um vier Monate verschobenen werden musste. "Als Evangelische Kirche in Essen setzen wir uns seit vielen Jahren für die zivile Seenotrettung ein, um anhaltendes Sterben und kriminelle Schlepperei zu verhindern. Unser Engagement ist heute nötiger denn je: Zivile Seenotrettung ist kein Verbrechen, sondern eine christliche und humanitäre Pflicht. Wir können uns nicht auf Menschenrechte, Aufklärung und Humanismus berufen und gleichzeitig die Rettung Ertrinkender kriminalisieren", erklärte die oberste Repräsentantin des Kirchenkreises Essen.

"Es geht schlicht um ein Mindestmaß an Zivilisiertheit: Wer in Seenot gerät, ist weder Flüchtling noch Migrant, der ist weder Afrikaner noch Europäer, weder Muslim noch Christ, sondern ein Mensch, der gerade dabei ist zu ertrinken! Und man muss alles unternehmen, um ihn zu retten. Christinnen und Christen lesen in der Bibel, wie Jesus selbst in Seenot gerät und bei den Ertrinkenden im Boot ist, und auch, wie er sie rettet. Niemand soll ertrinken müssen! Für diese Forderung treten wir aus christlicher Überzeugung ein", sagte die Theologin.

Foto: united4rescue

 

 

 

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