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Du bist ein Segen!

Pfarrerin Juliane Gayk wurde als Krankenhausseelsorgerin eingeführt

Seit drei Jahren arbeitet die evangelische Pfarrerin Juliane Gayk als Krankenhauseelsorgerin am Elisabeth-Krankenhaus Essen; Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die Begleitung von kleinen und großen Patienten in den Bereichen Kinderklinik, Chirurgie und Palliative Care. Nachdem ihre Einführung wegen ihrer Elternzeit, des Wechsels des für die Krankenhausseelsorge zuständigen Assessors des Kirchenkreises Essen und zuletzt der Corona-Pandemie einige Male verschobenen werden musste, wurde die 36jährige Theologin in einem Gottesdienst am Dienstag, 6. Oktober, in der Kapelle des Krankenhauses in ihre kreiskirchliche Pfarrstelle eingeführt.

Mit dem Motto des Gottesdienstes „Du bist ein Segen!“ wollte Juliane Gayk deutlich machen, dass „in einem Krankenhaus viele Menschen gemeinsam ihr Bestes geben, um anderen ein Segen zu sein; die Krankenhausseelsorge ist ein wichtiger Teil davon“. Die liturgische Leitung hatte Assessor Heiner Mausehund, stellvertretender Superintendent des Kirchenkreises Essen. Seine Ansprache dokumentieren wir nachfolgend:

ANSPRACHE DES ASSESSORS

Liebe Festgemeinde und ganz besonders liebe Juliane,

heute führen wir Dich nun offiziell als evangelische Pfarrerin der Krankenhausgemeinde am Elisabeth-Krankenhaus ein. Wir freuen uns, dass es nun soweit ist. Hier im Krankenhaus arbeitest du schon geraume Zeit als Seelsorgerin und bist vielen vertraut. Du bist Ansprechpartnerin für Patientinnen und Patienten, für Angehörige, aber auch Pflegende und Ärzte, für alle, die in diesem Haus Dienst tun. Du bist Teil einer großen Dienstgemeinschaft, die sich für die Kranken einsetzt.

Zu Deinen Aufgaben als professionelle Seelsorgerin gehört: Du bist für andere da, hörst zu, trägst mit, teilst das Schweigen, sprichst tröstende und aufrichtende Worte, hilfst in ethisch schwierigen Situationen, berätst Dich im Team, begleitest beim Abschied. Deine Aufgaben sind vielfältig. Zum Zuhören und Reden gehört auch das Handauflegen, Salben und Segnen. Durch die Handauflegung und die Salbung wird Gottes Segen hautnah spürbar.

In einem Krankenhaus gibt es viele Hände und es geschieht viel mit den Händen: Hände pflegen, wechseln den Verband, reichen Tabletten, Hände operieren, therapieren, Hände unterstützen und helfen, Hände streicheln und halten fest, viele Hände greifen ineinander und tragen zum Gesundwerden bei.

In der Bibel hören wir von Gottes Händen. In Psalm 139,5 heißt es: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Neben und in unseren Händen sind Gottes Hände spürbar. Manchmal gehen sie Hand in Hand. Manchmal gehen Gottes Hände darüber hinaus, halten, schützen und stärken uns.

Für Seelsorgerinnen und Seelsorger gehört diese Erkenntnis zu den spirituellen Wurzeln, die die Arbeit tragen und Kraft geben für den oft nicht leichten Dienst. Du darfst wissen, liebe Juliane: Gottes schützende und offene Hände sind immer für dich da, stärken dir den Rücken, halten dich, führen dich.

Und darüber hinaus auch viele andere Hände. Hier im Krankenhaus bist Du eingebunden in ein ökumenisches Team, im Kirchenkreis in den Krankenhauskonvent und den Gesamtkonvent, die große Gemeinschaft der Pfarrerinnen, Pfarrer, Diakone und Gemeindepädagogen. Als Leitung des Kirchenkreises unterstützen wir Dich in Deiner Arbeit. Möge Gott Dich und Deine Arbeit weiter segnen.

Amen.

ZUR PERSON: JULIANE GAYK

Juliane Gayk wurde 1984 in Ostberlin geboren und fand über die christliche Jugendarbeit zur Kirche. Im Jahr 2002 ließ sie sich taufen; ihr Studium der Theologie absolvierte sie in Bochum, Greifswald, Wuppertal und Bonn. 2016 wurde Juliane Gayk in der Kirchengemeinde Königssteele zur Pfarrerin ordiniert. Nach einer Mitarbeit in verschiedenen Kirchengemeinden und dem Innovationsprojekt „raumschiff.ruhr“ an der Marktkirche übernahm sie im Jahr 2017 eine halbe Stelle in der Krankenhausseelsorge am Elisabeth-Krankenhaus Essen.

Außer dieser Tätigkeit engagiert sich Juliane Gayk in dem innovativen Projekt „Ökumenische Segensfeiern für werdende Eltern und Babys“, das mittlerweile von der Evangelischen Kirche im Rheinland als „Erprobungsraum“ für neue Formen von Seelsorge, Spiritualität und Verkündigung besonders gefördert wird. Außerdem ist sie in der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) mit Sitz in Wuppertal aktiv, die die weltweite ökumenische Zusammenarbeit mit mehreren Partnerschaftskirchen unterstützt. Juliane Gay ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.

Aufgrund des für die Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses geltenden Corona-Schutzkonzeptes war die Zahl der Teilnehmer an der Einführung begrenzt und der Gottesdienst konnte daher nicht öffentlich sein. Der Träger des Krankenhauses, die Contilia Gruppe, und der Kirchenkreis Essen bitten um Verständnis.

 

 

 

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