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Danke für euer großes Vertrauen!

Nach 36 Jahren wurde Pfarrer Christoph Ecker verabschiedet

1984 kam Christoph Ecker als Pastor im Hilfsdienst in die heutige Evangelische Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim; ein Jahr später wurde er in der Matthäuskirche als Pfarrer eingeführt. Seitdem hat er 36 Jahre lang in Wort und Tat, in unzähligen Gruppen und Kreisen, in Gottesdiensten und vielen persönlichen Gesprächen von der Menschenfreundlichkeit Gottes erzählt und die Entwicklung und Geschichte der Gemeinde verantwortlich begleitet. Am 17. Oktober wurde der Theologe in der Borbecker Dubois-Arena in den Ruhestand verabschiedet. Wer nicht persönlich am Gottesdienst teilnehmen konnte, findet unten auf dieser Seite einen Link zum YouTube-Kanal der Kirchengemeinde - dort ist die Abschiedfeier als Aufzeichnung zu sehen.

Christoph Ecker wurde 1955 in Koblenz als Sohn eines Pfarrers geboren. Als 16jähriger verbrachte er ein Jahr als Austauschschüler in den Vereinigten Staaten, lernte dort die Arbeit für Menschen mit Behinderung und die Sozialarbeit in einem Slumviertel in Omaha, Nebraska, kennen. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Wuppertal und Göttingen reiste er als Stipendiat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖKR) erneut in die USA, studierte in Dayton, Ohio, Ökumenische Theologie, betreute als Pastor eine Gemeinde der „Disciples of Christ“, einer großen reformierten Kirche, und erhielt Einblicke in die Situation in einem Navajo-Reservat. Die Begegnungen mit der weltweiten christlichen Ökumene prägten den jungen Theologen tief und bereicherten fortan seine Arbeit in Seelsorge, Verkündigung und Sozialdiakonie.

Am 1. Oktober 1984 kam Pfarrer Christoph Ecker als Pastor im Hilfsdienst in die damalige Evangelische Kirchengemeinde Borbeck; zuvor hatte er bereits sein Vikariat in Essen, in der Kirchengemeinde Werden, absolviert. Am 16. Dezember 1984 wurde er in der Matthäuskirche zum Dienst eines Pfarrers ordiniert und ein Jahr später, am 17. November, in die Pfarrstelle des 5. Borbecker Pfarrbezirks eingeführt.

Sein Wirken hat viele Spuren hinterlassen

„Von Gott zu erzählen wie von einem Menschen, Seine Güte und Freundlichkeit in Verkündigung und Seelsorge den Menschen in Borbeck zu versprechen und erlebbar zu machen, war seine Berufung in Wort und Tat“, würdigt seine Kollegin Ulrike Schreiner-Menzemer als Vorsitzende des Presbyteriums Christoph Eckers Wirken in der Gemeinde: Ob in seinen anfänglichen Schwerpunkten, der Jugend- und Kindergottesdienstarbeit und der Erwachsenenbildung, in den vielen besonderen Gottesdiensten zu Fest- und Gedenktagen, in der Arbeit mit Gruppen und Kreisen, in zahlreichen Diskussionsrunden über theologische oder diakonische Themen oder in der ökumenischen Zusammenarbeit mit der Katholischen Nachbargemeinde St. Fronleichnam – überall hat seine Tätigkeit Spuren hinterlassen, ist Neues entstanden, wurde das Netz der Beziehungen dichter und viel von der Menschenfreundlichkeit Gottes sichtbar.

In den Neunzigerjahren begleitete Christoph Ecker die Fusion der Kirchengemeinden Borbeck und Bergeborbeck-Vogelheim. Als Vorsitzender des Presbyteriums „hat er unzählbar viele Gespräche und Verhandlungen geführt, die Belange der Gemeinde vertreten und ihr in der Öffentlichkeit sowohl im Stadtteil als auch in der Stadtkirche ein Gesicht gegeben“, schreibt Ulrike Schreiner-Menzemer. Bis in die letzten Tage seines Dienstes hinein kümmerte er sich um die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde, die sich aktuell in einem tiefgreifenden Prozess der strukturellen, räumlichen und personellen Veränderung befindet – innerhalb von vier Jahren, bis zum Februar 2021, wird das bisherige, fünfköpfige Pfarrteam durch Verabschiedungen in den Ruhestand und Neubesetzungen durch ein neues, dreiköpfiges ersetzt.

Engagement für die Partnerschaftsarbeit in Essen

Aber auch die Evangelische Kirche in Essen verdankt Christoph Ecker viel: Seit 1994 leitete er den synodalen Ausschuss für Ökumene, war ein „unermüdlicher Motor“ der Partnerschaft des Kirchenkreises Essen mit Evangelischen-Lutherischen Kirche in Namibia, organisierte Besuche und Gegenbesuche mit ökumenischen Gästen, bereitete eine gemeinsame Synode der damals noch drei Essener Kirchenkreise zum Thema „Wie leben wir unseren Glauben im Kontext der wirtschaftlichen Globalisierung?“ vor und wirkte maßgeblich an der Vorbereitung der großen ökumenischen Partnerschaftskonferenz „Gewalt überwinden – für eine Kultur der Versöhnung“ im Jahr 2010 in Essen mit, an der 45 Vertreter aus zehn Partnerschaftskirchen teilnahmen.

„Uns bleibt, Pfarrer Christoph Ecker im Namen der vielen, vielen Menschen in Borbeck-Vogelheim und im Namen der ganzen Gemeinde von ganzem Herzen ‚Danke‘ zu sagen: Für alle Lebenskraft und Freude am Dienst, für alle Geduld, Ausdauer und Treue, für alle Wegweisung und für allen Trost, für alle Lebensbegleitung und Hilfe, die wir durch ihn erfahren durften. Wir danken Gott, dass er unserer Gemeinde in Predigt und Lebensarbeit von Christoph Ecker über 36 Jahre hindurch seinen Segen geschenkt und darin seine Menschenfreundlichkeit erwiesen hat.

Wir danken auch seiner Ehefrau und seiner Familie, die diesen Dienst in allen Höhen und Tiefen mit getragen hat und sich auch selbst immer wieder für die Gemeinde engagiert hat, sehr herzlich! Wir wünschen Pfarrer Christoph Ecker und der ganzen Familie, Gottes stärkenden und mitgehenden Segen für den Ruhestand und Abschied aus Borbeck, Gesundheit und Erholung nach diesen letzten Monaten und einen guten Weg in seine neue Heimat in Heidelberg, in der Nähe seiner Kinder und Enkel.“

Dank für Offenheit und großes Vertrauen

„Ich bin gerne, sehr gerne euer Pfarrer gewesen“, gibt Christoph Ecker den Dank zurück. „Die vielen Begegnungen mit euch bei schönen und fröhlichen, aber auch schweren und traurigen Anlässen haben mein Leben reich gemacht. So viele von euch haben mich in all den Jahren begleitet, gestärkt, unterstützt und mitgetragen. Ich danke euch allen für eure Offenheit, für das Vertrauen, das ihr mir entgegengebracht habt, für hilfreiche Rückmeldungen und auch so manche Kritik, die ihr offen und manchmal auch versteckt vorgebracht habt – all das hat mir eine unglaubliche Freiheit und einen großen Freiraum gegeben, als Pfarrer so mit euch Gemeinde zu leben.“

Natürlich habe es auch schwierige Zeiten gegeben, „so manche Belastung, Grenzen, an die ich gestoßen bin, Konflikte, die zu lösen waren und Dinge, die nicht umgesetzt werden konnten – aber ich fühlte mich letztlich immer durch euch, die Gemeinde, getragen“, resümiert Christoph Ecker. Sein besonderer Dank gelte den Kolleginnen und Kollegen, dem Presbyterium und den vielen Mitarbeitenden in der Gemeinde für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Das hat so viel Gutes bewirkt und machte es möglich, die Gemeinde in so großer Vielfalt gemeinsam zu gestalten. Ich lasse los – auch wenn es schwer fällt – und freue mich auf das, was kommt. Ich bin voll Dank und wünsche euch allen und der ganzen Gemeinde Gottes reichen Segen und das Vertrauen, dass er euch begleitet und nahe ist.“

Zum Hintergrund: Pfarrstellenbesetzung in der Evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim

Zum 1. Februar 2021 sind in der Evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim drei Pfarrstellen neu zu besetzen. Nach vielen Dienstjahren wurde im Januar 2020 Pfarrer Günther Kern-Kremp verabschiedet, Pfarrer Christoph Ecker tritt im Oktober in den Ruhestand und schließlich werden im Januar 2021 Pfarrerin Ulrike Schreiner-Menzemer und Pfarrer Bernhard Menzemer verabschiedet, die sich eine Pfarrstelle teilen. Die Stelle von Pfarrerin Brigitte Schneller, die 2018 in den Ruhestand trat, wurde nicht wieder besetzt. Das Presbyterium beabsichtigt, nach Abschluss des Auswahlverfahrens Pfarrer Michael Banken, Pfarrer Kai Pleuser und Pfarrerin Maren Wissemann auf die zu besetzenden Pfarrstellen zu wählen.

Alle drei sollen als Team eng zusammenarbeiten und die Gemeinde gemeinsam mit anderen leitenden Mitarbeitenden und dem Presbyterium leiten. Es gibt keine feste Zuordnung zu den alten Pfarrbezirken mehr; stattdessen soll jeder die ganze Gemeinde in den Blick nehmen und zusätzlich einen der folgenden inhaltlichen Schwerpunkte übernehmen, die auch insgesamt abzudecken sind: sozial-diakonische Arbeit (z.B. Einrichtungen wie das Altenheim, die Wohngruppen, die Erwachsenenbildung, ökumenische Arbeit), seelsorgliche Aufgaben (z.B. Begleitung von Menschen in Trauerprozessen oder Lebenskrisen, Besuchsdienstarbeit) und religiöse Bildungsarbeit (z.B. Konfirmandenarbeit, Begleitung der Arbeit in den Kindertagesstätten und den Jugendhäusern, Kontakte zu Schulen).

 

 

 

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