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Abendmahl zuhause

Eine Anregung von Brigitte Schneller

(Essen/Berlin, 15.10.2020) Wir freuen uns, dass es wieder möglich ist, gemeinsam Gottesdienst in unserer Gemeinde zu feiern. Wir tun das allerdings ohne Abendmahl, weil das die jetzigen Abstandsregeln nicht zulassen. Vielen Menschen fehlt aber die Vergewisserung im Glauben, wie sie durch das Teilen von Brot und Traubensaft oder Wein im Gedenken an Jesus Christus gespendet wird. Das Hausabendmahl, im Kreise der Familie gefeiert, kann eine gute Überbrückung sein.

Es findet ohne Pfarrer oder Pfarrerin statt. Es greift die christliche Tradition aus der Urgemeinde auf, von der wir in der Apostelgeschichte des Lukas lesen „Sie bleiben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apostelgeschichte 2,42).

Als Agape-Feier, dem Mahl derer, die in geschwisterlicher Liebe verbunden sind, hat es über die Jahrhunderte hinweg, neben dem liturgischen Abendmahl in der Kirche, auch immer seinen Platz gehabt. Das Beten und Brotbrechen im kleinen Kreis steht unter der Verheißung Christi: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Matthäus 18,20).

Vorbereitung:

Das Abendmahl zu Hause unterscheidet sich von den anderen Mahlzeiten. Schon die Vorbereitung des Tisches gehört dazu: Bibel, Kerze, vielleicht ein Kreuz, ein Tischtuch, Brot in einem Korb oder auf einer Schale, Wein oder Traubensaft in einer Karaffe oder einem großen Glas mit Ausguss, schöne Gläser je nach Anzahl der Personen, eventuell Blumen. Sind Kinder mit dabei, so können sie mit einbezogen werden. Wenn gemeinsam gesungen wird, werden Liedzettel oder Gesangbücher vorbereitet.

Es ist ein kleines Fest, zu dem auch die innere Vorbereitung gehört. Wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem sie normalerweise nicht gestört werden. Texte oder Gebete können von allen im Wechsel gesprochen werden.

Wir entzünden das Licht. Dabei sprechen wir:

Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Wir sind hier versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Lesung: Psalm 23 (oder Psalm 145, Psalm 91,1-11/Psalm 34,1-9)

Wir beten:

Gott, du lädst uns ein an deinen Tisch. Du suchst die Gemeinschaft mit uns und lässt dich schmecken und erfahren in Brot und Wein. Wir dürfen bei dir zu Gast sein mit all dem, was uns bewegt. Schenke jedem und jeder von uns, was wir heute brauchen. In der Stille bringen wir vor dich, was und bewegt.

...Zeit für Stille...

Gott, du bist barmherzig. Wir danken dir für deinen Sohn Jesus Christus. Er ist unser Friede, er ist unsere Hoffnung, heute und allezeit. Amen

Wir erinnern uns an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern:

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, und mit seinen Jüngern zu Tische saß, nahm das Brot, sagte Dank und brach‘s, gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nach dem Mahl nahm er den Kelch, sagte Dank, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus, das ist mein Blut des Neuen Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Das tut zu meinem Gedächtnis. (1. Korinther 11,23-25).

Als Tischgebet sprechen wir das Vaterunser.

Wie dieses Brot, aus vielen Körnern bereitet, ein Brot ist, und wie dieser Wein aus vielen Beeren ein Trank ist, so will Gott uns Menschen zueinander führen / – in dieser Gemeinschaft und auf der ganzen Erde. / Kommt und esst von diesem Brot, dem Zeichen des Lebens. / Kommt und trinkt von diesem Wein, dem Zeichen der Freude. / Und Jesus, der Herr, gebe uns seinen Frieden. /

Wir reichen einander das Brot mit den Worten:

Das Brot des Lebens für dich.

Anschließend reichen wir uns den Wein oder den Saft mit den Worten:

Der Kelch des Heils für dich.

Dankgebet (Anfang von Psalm 103):

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Segen

Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, lege deinen Segen auf uns. Erfülle uns und die ganze Schöpfung mit deinem Frieden. Lege deinen Segen auf uns, heute und alle Tage, die kommen. Amen.

Bleiben Sie behütet!

Ein Beitrag von Pfarrerin i.R. Barbara Schneller. Als Gemeindepfarrerin war sie 37 Jahre lang in der Evangelischen Kirchengemeinde Borbeck-Vogelheim tätig; heute verbringt sie ihren Ruhestand in Berlin.

 

 

 

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