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Ein Ort, der der Seele gut tut

Im LVR-Klinikum gibt es einen neuen Raum der Stille

Im LVR-Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie an der Virchowstraße in Essen ist am 22. Oktober ein neuer „Raum der Stille“ eingeweiht worden. Den beiden Seelsorgerinnen der Klinik – der katholischen Schwester Hildegard Jansen (li.) und der evangelischen Pfarrerin Iris Müller-Friege – war es wichtig, den kleinen Raum im Ergeschoss der Klinik multireligiös – „einladend, aber nicht vereinnahmend“ – einzurichten, damit jeder Besucher einen Blickfang finden kann, der in jenem Moment am besten passt.

Im Raum der Stille finden sich deshalb neben zwei christlichen Ikonen auch eine Klangschale und ein Mandala-Schaubild aus dem fernöstlichen Raum, ein Mosaik zum hebräischen Schöpfergeist „Ruach“, eine Schrifttafel ohne religiösen Bezug sowie ein muslimischer Gebetsteppich und die „99 schönsten Namen Allahs“.

„In meinen Augen ist es für jedes Krankenhaus ein Gewinn, wenn den Menschen neben einer guten medizinischen, therapeutischen, pflegerischen, seelsorglichen und nicht zuletzt ernährungsmäßigen Versorgung und Betreuung auch ein spiritueller Ort angeboten wird“, sagte der Stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Essen, Assessor Heiner Mausehund, bei der Eröffnung. „Spirituell heißt doch: Hier darf ich für mich alleine sein – mit allem, was mich beschäftigt, meinen Ängsten, Sorgen, meinem Glauben, meinem Nicht-Glauben, meinen Freuden und Hoffnungen. Hier darf ich ich sein und kann mich, wenn ich es möchte, Gott – der „Ruach“, dem Geist Gottes, wie es auf dem Mosaik heißt – der Transzendenz, dem Unverfügbaren, in stillem Zwiegespräch öffnen.

Denn wenn ich diesen Raum der Stille besuche, ist es vielleicht äußerlich still, doch nicht unbedingt in meinem Inneren. Je nach persönlicher Situation toben meine Gedanken hin und her, verschaffen sich Raum im Bewusstsein. Sie zuzulassen, kommen und gehen zu lassen, kann gut tun.

Mit unserem Herzen, unserer Seele zur Ruhe zu kommen, mit Gott zu sprechen, mit den Kräften des Himmels zu rechnen und auf seine heilsamen Wirkungen zu vertrauen – dazu lädt dieser Raum mit seinen Bildern und Gegenständen, den tröstenden und stärkenden Worten, den Kerzen und dem Fürbittenbuch ein. Ich freue mich sehr darüber, dass dieser Ort von nun an die vielfältigen Angebote des Krankenhauses ergänzt und unterstützt.

Mein Dank gilt der Leitung dieses Krankenhauses, die die Initiative des Seelsorge-Teams zur Einrichtung dieses Raumes unterstützt hat – persönlich und finanziell.“

Foto: Nicole Cronauge/Bistum Essen, vielen Dank!

 

 

 

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