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Diakonie ist Gottesdienst im Alltag der Welt

Adventssammlung von Diakonie und Caritas wurde in Essen eröffnet

(Essen, 18.11.2020) Mit einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Du für den Nächsten“ haben Diakonie und Caritas in NRW am Buß- und Bettag in der Jona-Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Heidhausen ihre traditionelle Adventssammlung eröffnet. Die Predigt hielt der Essener Diakoniepfarrer Andreas Müller; Beate Kaltenbach (Caritasverband für die Stadt Essen), Pfarrer Ulrich T. Christenn (Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe) und Ehrenamtliche beider Konfessionen wirkten an der Gestaltung mit. Für die Musik sorgten Hagen-Goar Bornmann (Bariton) und Tatiana Varshavskaya (Orgel). Der Eröffnungsgottesdienst fand in Präsenz statt, wurde aber auch per Live-Stream auf dem YouTube-Kanal der Jona-Kirche übertragen - dort steht er jetzt noch zum nachträglichen Anschauen bereit.

In seiner Predigt sprach Diakoniepfarrer Andreas Müller, der auch Vorstandsvorsitzender des Diakoniewerks Essen über das, was Gott am Herzen lieg und in dem, wenn wir es tun, etwas von Gottes Liebe in unserem Alltag aufleuchte: "Wenn Sie in der Familie über die Generationen hinweg aufeinander achten, Zuhause pflegen oder Kinder aufziehen. Wenn Sie in der Nachbarschaft einander helfen. Wenn Sie im Beruf für einen fairen Umgang miteinander einstehen. Wenn Sie sich für soziale Gerechtigkeit in unserem Land oder weltweit stark machen. All das ist der persönliche Weg von Christen in der Spur Jesu", sagte der Theologe.

Hinzu komme das, was in unseren Kirchen an sozialen Einrichtungen aus diesem Weg in Deutschland als Teil des Sozialstaats entstanden sei: "Ob kleine Initiativen vor Ort oder großes diakonisches oder caritatives Unternehmen – in Deutschland sind über eine Million Menschen bei Diakonie und Caritas beschäftigt. Sie machen die Nächstenliebe zu ihrem Beruf. Und dazu kommt eine noch einmal größere Zahl von Menschen, die sich hier ehrenamtlich engagieren."

Die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig sowohl die gegenseitige Unterstützung der Einzelnen und in den Gemeinden vor Ort als auch das Durchhalten der weitverzweigten sozialen Arbeit der Kirchen sei. Sie betreffe in besonderem Maße gerade diejenigen, die zu den Risikogruppen zählen. "Da geschieht Gottesdienst im Alltag der Welt, durchgehend, oft unter schwersten Bedingungen. Respekt und großen Dank dafür!", sagte Andreas Müller.

Die Adventssammlung der Diakonie kommt über die Gemeinde vor Ort (35 Prozent), die Diakonie in Essen (25 Prozent) und die Diakonie in der Region Rheinland-Westfalen-Lippe (40 Prozent) direkt Menschen zugute, die diese Unterstützung oft bitter nötig haben. "In diesem Jahr ist der Spendenanteil für die Diakonie im Kirchenkreis Essen der Unterstützung langzeitarbeitsloser Menschen gewidmet – Menschen, die nur selten im Blickfeld der öffentlichen Berichterstattung stehen, obwohl sie als große Verlierer der Corona-Pandemie gelten: Wer bereits vor der Pandemie arbeitslos war, hat in der aktuellen Krise noch schlechtere Chancen, sich beruflich zu qualifizieren", erläuterte der Diakoniepfarrer.

Auch die beiden großen diakonischen Träger im Bereich der Arbeits- und Beschäftigungsförderung in Essen, die NEUE ARBEIT der Diakonie und die Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung AiD des Diakoniewerks Essen, stünden deshalb vor großen finanziellen Herausforderungen. "Ihr Engagement benötigt dringend Unterstützung, damit Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt sehr schwer haben, gestärkt und ausgebildet werden können."

Der Gottesdienst zum nachträglichen Anschauen:





Stichwort: Diakonie und Caritas sammeln gemeinsam

Zweimal im Jahr, im Frühsommer und im Advent, rufen die evangelische Diakonie und die katholische Caritas in Nordrhein-Westfalen dazu auf, für notleidende Menschen zu spenden. Mit der gemeinsamen Aktion, die es seit 1948 gibt und die auch ein starkes ökumenisches Zeichen ist, reagierten die beiden Wohlfahrtsverbände auf die katastrophale Versorgungslage der Bevölkerung in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg: Hungers- und Wohnungsnot, Schwarzmarkt und die schwierige Situation der Ostvertriebenen kennzeichneten die Situation. Angesichts der großen materiellen Not und des seelischen Leides der Bevölkerung sahen sich die Kirchen zum Handeln gedrängt.

Heute kommen bei den Sammlungen, die überwiegend von ehrenamtlich aktiven Gemeindemitgliedern getragen werden, Jahr für Jahr rund 13 Millionen Euro als Erlös für notleidende Menschen zusammen. Die diesjährige Adventssammlung von Diakonie und Caritas findet vom 21. November bis 12. Dezember statt. Alle Sammler können sich durch entsprechende Begleitschreiben ausweisen.

Titelfoto: Diakonie RWL.

 

 

 

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