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Gnadenkirche wird 125 Jahre alt

Präses Manfred Rekowski hielt die Predigt im Festgottesdienst

Mit einem Festgottesdienst am Neujahrstag, 1. Januar, hat die Evangelische Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede das 125-jährige Bestehen ihrer Gnadenkirche an der Pfarrstraße 10 gefeiert. Die Predigt hielt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski. Das Jubiläum der Gnadenkirche wird das ganze Jahr über mit besonderen Gottesdiensten und Konzerten gefeiert.

Die landschaftlich sehr reizvoll gelegene Gnadenkirche und der benachbarte Friedhof befinden sich ungefähr im geographischen Zentrum der Kirchengemeinde, das bis heute eher dünn besiedelt ist. 1891 wohnten im Gebiet der heutigen Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede aber schon so viele Bürger evangelischer Konfession, dass innerhalb der Borbecker Gemeinde zunächst eine noch unselbständige „Vikariatsgemeinde“ Dellwig-Frintrop-Gerschede entstand – so berichtet es der Bildband „Kirchen, Kapellen, Synagogen in Essen“ von Heinz Dohmen und Eckhard Sons.

Die Planungen für den Bau einer eigenen Kirche hatten bereits begonnen, als die Gemeinde 1893 unabhängig wurde; schon ein Jahr später konnte das neue, aus Ziegelsteinen erbaute Gotteshaus auf dem Donnerberg in Frintrop eingeweiht werden. Entwurf und Ausführung lagen seinerzeit in den Händen des örtlichen Bauunternehmers W. G. Hofstadt. Bei der späteren Namensgebung, die erst 1915, nach dem Bau der Friedenskirche, erfolgt, ließ sich die Gemeinde durch den Bibelvers „Aus Gnade seid ihr selig geworden“ aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser inspirieren. Der Vers ziert heute in Form einer künstlerischen Schrift die Rückwand des Altarraumes.

Ein Jahr nach der Einweihung wurden Orgel und Empore eingebaut; ihren imposanten Turm erhielt die Gnadenkirche aber erst 1929, zugleich mit dem Anbau eines Seitenschiffs. Ihre besondere architektonische Prägung erhielt die Kirche dadurch, dass die einzelnen Gebäudeteile Betsaal, Pfarrhaus und Konfirmandenraum so miteinander kombiniert wurden, dass sie den Umriss einer Großkirche mit Schiff, Querhaus, Chor und Kirchturm bilden.

1988 erhielt die Gnadenkirche eine äußerst klangschöne Orgel der Firma Jann; im Sommer 2016 konnte eine umfassende Restaurierung erfolgreich abgeschlossen werden. Bis heute stellt der große Kirchturm der Gnadenkirche eine markante Landmarke inmitten großer Grünflächen des Essener Nordwestens dar.

Foto: Kirchenkreis Essen/Achim Pohl

 

 

 

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